Abschlussprüfung Teil 1 Fachinformatiker (AP1): Vorbereitung 2026.

Aufbau, Inhalte und Vorbereitung für die AP Teil 1 der modernisierten dualen IT-Berufe, die 20 % der Abschlussbewertung ausmacht.

Stand:

Viele Auszubildende fragen sich: Was ist eigentlich die AP Teil 1? Oft hörst du Begriffe wie Zwischenprüfung, Abschlussprüfung Teil 1 oder einfach nur AP1. Gemeint ist hier die gestreckte Abschlussprüfung Teil 1, die seit der Neuordnung 2020 in den modernisierten dualen IT-Berufen vorgesehen ist.

Das heißt: Egal, ob du Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse, Digitale Vernetzung, IT-System-Elektroniker oder Kaufleute für IT-System-Management bzw. Digitalisierungsmanagement bist: Teil 1 gehört zu deiner Abschlussprüfung.

Viele haben davor großen Respekt, weil es für viele die erste bewertete IHK-Prüfung während der Ausbildung ist. Mit rechtzeitiger Vorbereitung kannst du die AP Teil 1 aber gut einordnen. Sie prüft den Bereich Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes und macht 20 % der Abschlussbewertung aus.

Eckdaten
PrüfungsformSchriftliche Aufgaben; Form und Hilfsmittel laut Einladung bzw. zuständiger Stelle
Dauer90 Minuten
Bewertung100 Punkte insgesamt
Gewichtung20 % der Abschlussbewertung
InhaltePraxisnahe Aufgaben aus dem Ausbildungsrahmenplan (die ersten 18 Monate)

Ein wichtiger Punkt: In vielen IHK-Bezirken orientieren sich die Aufgaben an einem gemeinsamen Prüfungskatalog, der von der ZPA Nord-West bereitgestellt wird. Baden-Württemberg kann davon abweichen. Die verbindliche Grundlage bleibt immer die jeweilige Ausbildungsverordnung, deine zuständige Stelle und die Einladung zur Prüfung.

In diesem Artikel erkläre ich dir:

  • Wie die Prüfung genau aufgebaut ist
  • Welche Aufgabenformate dich erwarten
  • Welche Themen besonders wichtig sind
  • Was sich 2025 im Prüfungskatalog geändert hat
  • Wie du deine Vorbereitung sinnvoll strukturieren kannst (inkl. Beispielaufgabe + Musterlösung)

Damit kannst du deine Vorbereitung sauber einordnen, egal ob deine AP Teil 1 bei der IHK oder in Baden-Württemberg stattfindet.

Prüfungsaufbau und Aufgabenformat

Die AP Teil 1 ist eine schriftliche Prüfung. Du sitzt also wie in der Schule vor einem Prüfungsbogen und hast 90 Minuten Zeit, um die Aufgaben zu bearbeiten. Typische Hilfsmittel sind Schreibmaterial, Farbstifte, Spitzer, Radiergummi, Lineal, Geodreieck sowie ein nicht programmierbarer, netzunabhängiger Taschenrechner.

Elektronische Geräte wie Smartphones oder Smartwatches, programmierbare Taschenrechner sowie eigene Formelsammlungen, Fachliteratur oder Tabellenbücher sind häufig ausgeschlossen. Verbindlich ist aber immer die Hilfsmittelliste, die du mit deiner Einladung oder von deiner zuständigen Stelle bekommst.

Insgesamt kannst du bis zu 100 Punkte in der Prüfung erreichen. Die Prüfung besteht aus mehreren praxisbezogenen Aufgaben oder Teilaufgaben. Die genaue Punktverteilung steht auf dem Prüfungsbogen.

Wichtig: Viele Teilaufgaben werden eigenständig bepunktet. Sie beziehen sich zwar auf eine Ausgangssituation, die am Anfang der Prüfung genannt wird, oder auf spezifischere Situationen in der Aufgabe selbst, aber du solltest auch dann weiterarbeiten, wenn du bei einer Teilfrage unsicher bist.

Ungebundene Aufgaben

In der AP Teil 1 solltest du vor allem mit praxisbezogenen Aufgaben rechnen, bei denen du Antworten selbst formulieren, begründen, berechnen oder darstellen musst. Eine ungebundene Aufgabe ist ein Aufgabenformat, bei dem die Antwort nicht vorgegeben oder auswählbar ist, sondern von den Prüflingen frei formuliert werden muss.

Im Gegensatz zu gebundenen Aufgaben (z. B. Multiple Choice, Zuordnungsaufgaben, Richtig/Falsch), bei denen es feste Antwortoptionen gibt, erfordern ungebundene Aufgaben eine eigene Wiedergabe von Wissen oder Lösungen.

Es gibt verschiedene Ausprägungen von ungebundenen Aufgaben, die dir in der Prüfung und später auch in AP Teil 2 begegnen können.

Kurzantworten, bei denen einzelne Stichwörter genügen, oder Kurzaufsätze, bei denen vollständige Sätze und eine etwas ausführlichere Erklärung erwartet werden. Außerdem können Ergänzungsaufgaben vorkommen, bei denen offene Felder stichpunktartig zu füllen sind.

Eine besondere Form sind die sogenannten Konstruktionsaufgaben: Hier musst du aktiv etwas erstellen, etwa ein Diagramm wie ein Klassendiagramm oder Aktivitätsdiagramm anfertigen, eine Berechnung durchführen oder auch Programmcode schreiben. Welche Form genau verlangt wird, erkennst du immer an der Aufgabenstellung selbst.

Der Vollständigkeit halber möchte ich dazu noch kurz ein paar Worte zum Thema “Lernzielebenen” verlieren: Ungebundene Aufgaben sind eng mit den Lernzielen verknüpft, die damit überprüft werden sollen. Während gebundene Aufgaben (z. B. Multiple Choice) oft auf das Wiedererkennen von Fakten abzielen, prüfen ungebundene Aufgaben in der Regel höhere kognitive Lernziele:

Bei Kurzantworten wird überprüft, ob du dich an wichtige Fachbegriffe und Konzepte erinnern kannst (Reproduktion). Kurzaufsätze testen, ob du Zusammenhänge in eigenen Worten erklären kannst (Verständnis). Ergänzungsaufgaben zeigen, ob du Wissen in einen passenden Kontext einordnen kannst (Anwendung).

Konstruktionsaufgaben schließlich gehen noch einen Schritt weiter: Hier musst du Probleme lösen, Abläufe darstellen oder selbst Lösungen entwickeln, z. B. durch das Anfertigen eines Diagramms, das Berechnen einer IP-Adresse oder das Schreiben von Code (Transfer und Problemlösung).

Was ich damit sagen möchte: reines Auswendiglernen reicht für die AP Teil 1 nicht aus. Ungebundene Aufgaben fordern dich mehr heraus, weil sie nicht nur das Auswendiglernen abprüfen, sondern zeigen, ob du dein Wissen aktiv anwenden, übertragen und begründen kannst.

Inhalte der AP Teil 1

Die Inhalte der AP Teil 1 sind nicht zufällig zusammengestellt, sondern orientieren sich am Ausbildungsrahmenplan, der in der jeweiligen Ausbildungsverordnung festgelegt ist. Bei Fachinformatikerinnen und Fachinformatikern erstreckt sich Teil 1 nach FIAusbV auf die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der ersten 18 Monate sowie den Berufsschulstoff, soweit er dazu gehört. Die anderen modernisierten IT-Berufe haben eigene Verordnungen mit sehr ähnlicher AP1-Logik.

Im Ausbildungsrahmenplan der Fachinformatiker-Ausbildung sind die sogenannten Berufsbildpositionen 1 bis 7 festgelegt. Darin stehen die groben Kompetenzbereiche, die in der ersten Ausbildungshälfte besonders relevant sind. Diese bilden die Basis für die AP Teil 1. Die folgende Tabelle ist eine vereinfachte Orientierung für Fachinformatiker; wenn du einen anderen IT-Beruf lernst, prüfe zusätzlich deine eigene Ausbildungsverordnung.

Hier ein Überblick auf Basis der FIAusbV (vereinfacht dargestellt):

Nr.Teil des AusbildungsberufsbildesBeispiele für Inhalte
1Planen, Vorbereiten und Durchführen von Arbeitsaufgaben in Abstimmung mit den kundenspezifischen Geschäfts- und Leistungsprozessen (§ 4 Abs. 2 Nr. 1)Projektmanagement anwenden, Auftragsunterlagen prüfen, Zeitpläne erstellen, Probleme analysieren, Ressourcen wirtschaftlich einsetzen, Termine planen und überwachen, Vorgehensweise reflektieren
2Informieren und Beraten von Kunden und Kundinnen (§ 4 Abs. 2 Nr. 2)Marktbeobachtung, Bedarfsanalyse, Kunden informieren und beraten (Deutsch/Englisch), Marketing und Vertrieb unterstützen, Präsentationen erstellen, Kundenbeziehungen gestalten
3Beurteilen marktgängiger IT-Systeme und kundenspezifischer Lösungen (§ 4 Abs. 2 Nr. 3)IT-Systeme nach Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit bewerten, Angebote vergleichen, technologische Trends beobachten, Veränderungen in Einsatzfeldern analysieren
4Entwickeln, Erstellen und Betreuen von IT-Lösungen (§ 4 Abs. 2 Nr. 4)IT-Systeme konzeptionieren und konfigurieren, Programmierparadigmen unterscheiden, Fehler analysieren und beheben, Algorithmen formulieren, Anwendungen programmieren, Datenbanken modellieren und Abfragen erstellen
5Durchführen und Dokumentieren von qualitätssichernden Maßnahmen (§ 4 Abs. 2 Nr. 5)Qualitätssicherungssysteme anwenden, Maßnahmen dokumentieren, Ursachen für Mängel analysieren, Soll-Ist-Vergleiche durchführen
6Umsetzen, Integrieren und Prüfen von Maßnahmen zur IT-Sicherheit und zum Datenschutz (§ 4 Abs. 2 Nr. 6)IT-Sicherheits- und Datenschutzvorgaben einhalten, Sicherheitsanforderungen analysieren, Bedrohungen einschätzen, Maßnahmen umsetzen und evaluieren, Kunden beraten
7Erbringen der Leistungen und Auftragsabschluss (§ 4 Abs. 2 Nr. 7)Leistungen dokumentieren, mit Kunden abstimmen, Veränderungsprozesse begleiten, Kunden einweisen, Abnahmen durchführen, Kosten erfassen und bewerten

Prüfungskatalog der ZPA Nord-West

Die ZPA Nord-West (Zentralstelle für Prüfungsaufgaben) stellt für viele IHK-Bezirke einen Prüfungskatalog bereit. Dieser hilft dir einzuordnen, welche Themen in der AP Teil 1 relevant sein können. Prüfungskataloge können angepasst werden; prüfe deshalb immer die aktuelle Ausgabe und die Hinweise deiner zuständigen Stelle.

Das bedeutet: Wenn du online alte Aufgaben findest, sei vorsichtig. Manche Themen können nach Änderungen im Katalog anders gewichtet sein oder nicht mehr dieselbe Rolle spielen.

In diesem Video gehe ich auf die Änderungen des Prüfungskataloges in 2025 ein: youtube.com/watch?v=yXPBXW_vGV4

Sonderfall Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg können andere Prüfungswege und Materialien gelten als in IHK-Bezirken, die sich am ZPA-Katalog orientieren. Prüfe deshalb bei deiner Schule, deiner IHK und in der Einladung, welche Grundlage für deinen Prüfungstermin maßgeblich ist.

Die Inhalte orientieren sich weiterhin am Ausbildungsrahmenplan; in Themenzuschnitt, Aufgabenstellung und Vorbereitungsmaterial können aber Abweichungen vorkommen.

Wichtige Themen und Schwerpunkte

Die AP Teil 1 kann Aufgaben aus einem breiten Grundlagenbereich enthalten. In der Praxis tauchen bestimmte Themen in alten Aufgaben und Vorbereitungsmaterialien häufiger auf. Wenn du dich vorbereitest, solltest du sie besonders sauber beherrschen.

Deswegen schauen wir uns drei Themenbereiche an, die in vergangenen Aufgaben und Vorbereitungsmaterialien häufig relevant waren.

Wirtschaftlichkeit

Dieser Bereich ist ein häufiger Schwerpunkt. Typische Aufgaben:

  • Kostenkalkulationen (z. B. Anschaffungskosten vergleichen, Gesamtkosten berechnen)
  • Nutzwertanalysen (verschiedene Angebote vergleichen und eine Empfehlung begründen)
  • Make-or-Buy-Entscheidungen

Meist geht es nicht um höhere Mathematik, sondern um sauberes Rechnen mit Grundrechenarten, Dreisatz oder Prozentrechnung und darum, die Ergebnisse verständlich zu begründen.

Netzwerktechnik

Netzwerktechnik gehört zu den häufigen Grundlagen in der IT-Prüfungsvorbereitung. Wichtige Themen:

  • IPv6: Adressaufbau, Unterschiede zu IPv4
  • OSI-Modell: die 7 Schichten verstehen und Beispiele nennen
  • Netzwerkdiagnose: Ping, Traceroute, ARP, IP-Konfiguration

Typische Prüfungsaufgabe: „Erläutern Sie den Unterschied zwischen einer privaten und einer öffentlichen IP-Adresse.”

Projektmanagement

Auch Projektmanagement taucht in Vorbereitungsmaterialien regelmäßig auf. Besonders wichtig sind die Grundlagen:

  • Projektplanung mit Gantt-Diagramm oder Netzplan
  • Lasten- und Pflichtenheft unterscheiden
  • Klassische vs. agile Methoden (Wasserfallmodell, Scrum)

Typische Aufgabe: „Beurteilen Sie die Vor- und Nachteile eines Gantt-Diagramms im Vergleich zu einem Netzplan.”

Weitere häufige Themen

Zusätzlich solltest du diese Bereiche einplanen:

  • Datenschutz & DSGVO (personenbezogene Daten, Zugriffsbeschränkung, Verschlüsselung)
  • IT-Sicherheit (z. B. Firewalls, Backup-Strategien, Zwei-Faktor-Authentifizierung)
  • Speichermedien (HDD, SSD, NVMe: Unterschiede und Einsatzgebiete)
  • Betriebssysteme & Softwareinstallation (Installationsarten, Lizenzen, Updates)
  • Datenbankmodellierung (ohne SQL-Abfragen)

Der Trick ist: Viele Aufgaben sind praxisnah. Sie stellen dir ein Szenario („Ihr Unternehmen möchte…”) und fragen dann nach Bewertung, Vergleich oder Empfehlung.

Der Themenpool der AP Teil 1 ist breit, allein der Prüfungskatalog geht über mehrere Seiten. Das passt dazu, dass sich die Prüfung auf die ersten 18 Monate deiner Ausbildung erstreckt.

Das Problem ist aber, dass gleichzeitig nicht alles drankommen muss. Es wird Prüfungstermine geben, in denen einzelne erwartete Themen nicht vorkommen oder anders eingebettet sind. Deswegen solltest du rechtzeitig anfangen zu lernen, um dir ein breites Wissensfundament aufzubauen.

Dieses Video ist auf Grundlage eines älteren Prüfungskataloges erstellt worden. Nutze es als Orientierung, aber gleiche die Themen mit dem aktuellen Katalog und deiner zuständigen Stelle ab: youtube.com/watch?v=2nEeLPe-sW4

Vorbereitung auf die AP Teil 1

Viele unterschätzen die AP Teil 1, weil sie „nur” 20 % der Abschlussbewertung ausmacht. Aber: Sie ist für viele die erste große Prüfungserfahrung bei der IHK und zeigt dir, wo du fachlich stehst. Eine strukturierte Vorbereitung hilft dir, Aufgabenformate, Zeitdruck und typische Fehler besser einzuschätzen.

  1. Alte Prüfungen üben

    Wichtig ist, dass du dir ein Gefühl für das Aufgabenformat verschaffst. Nimm dir dafür eine legal bezogene alte Prüfung oder ein passendes Übungsmaterial und bearbeite es unter möglichst realistischen Bedingungen:

    • 90 Minuten Zeit
    • nur die zugelassenen Hilfsmittel laut Einladung
    • anschließend Lösungen vergleichen und streng korrigieren

    Wo du alte Prüfungen legal bekommst und wie du sie als Prüfungssimulation nutzt, steht auf der Seite Alte IHK-Prüfungen für Fachinformatiker.

    So merkst du sofort, wie gut du mit der Zeit klarkommst und welche Themen du noch wiederholen musst.

  2. Systematisch wiederholen

    Die Inhalte sind breit gefächert (von Netzwerktechnik bis Wirtschaftlichkeit). Du solltest sie dir Schritt für Schritt aneignen:

    • Karteikarten für Fachbegriffe
    • Mindmaps für Zusammenhänge (z. B. OSI-Modell)
    • Rechenübungen für Kostenkalkulation oder IPv6-Subnetting
  3. Den Unterricht nutzen

    Klingt banal, ist aber einer der größten Hebel:

    • Aufpassen statt nebenbei am Handy hängen
    • Aktiv Fragen stellen, wenn dir etwas unklar ist
    • Notizen machen und regelmäßig wiederholen

    Viele Schulen bauen in den letzten Monaten vor der AP Teil 1 gezielte Prüfungsvorbereitung in den Unterricht ein. Nutze diese Gelegenheit, wenn sie bei dir angeboten wird.

    Aber: Verlass dich nicht blind darauf. Nicht jede Schule geht den kompletten Prüfungskatalog durch. Wenn du merkst, dass Themen fehlen, sprich sie an oder wiederhole sie eigenständig mit Übungsmaterialien.

Ein weiteres Video zur Prüfungsvorbereitung auf die AP Teil 1 basiert auf älteren Materialien. Nutze es nur als Ergänzung und gleiche einzelne Themen mit dem aktuellen Prüfungskatalog und deiner zuständigen Stelle ab: youtu.be/M6UapnUrZSk

Häufige Fehler und Tipps für die Prüfung

Ein ganz typischer Fehler ist, dass die Aufgaben nicht vollständig gelesen werden. Viele übersehen Wörter wie „begründen” oder „erläutern” und schreiben dann nur einen Halbsatz. Dafür gibt es keine volle Punktzahl. Lies die Aufgabe immer komplett und achte auf diese Signalwörter.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die falsche Zeiteinteilung. Viele verlieren sich in einer Aufgabe, die sie nicht sofort lösen können. Am Ende fehlen 20 Minuten für die Aufgaben, die eigentlich einfach gewesen wären. Mach zuerst das, was du sicher kannst, und hebe dir die schweren Fragen für den Schluss auf.

Zu knappe Antworten sind auch ein Problem. Viele Bewertungshinweise belohnen kurze, aber vollständige Begründungen. Ein einzelnes Stichwort reicht oft nicht, es sei denn, es wird aktiv von dir gefordert (wie bei Auflistungen oder Ergänzungsaufgaben). Formuliere so, dass ein Prüfer sofort erkennt, dass du das Thema verstanden hast.

Ein Fehler, den viele machen: Sie schreiben zu wenig. Bei vielen Aufgaben kannst du Teilpunkte bekommen. Aber die kannst du nur bekommen, wenn du überhaupt etwas nachvollziehbar hinschreibst.

Gerade bei Rechenaufgaben sehe ich das oft. Manche schreiben nur das Endergebnis hin. Wenn das falsch ist, kann es passieren, dass kaum noch etwas bewertet werden kann. Hättest du aber den Rechenweg notiert, könntest du trotzdem Teilpunkte bekommen, auch wenn du dich am Ende verrechnest. Deswegen: schreibe den Rechenweg nachvollziehbar auf.

Der Prüfungsausschuss bewertet nachvollziehbare Lösungswege. Dafür musst du ihm etwas zum Arbeiten geben. Ein halber Satz oder nur eine Zahl reicht oft nicht. Schreibe lieber einen klaren, kurzen Satz mehr.

Auch bei Theoriefragen funktioniert das. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, schreibe trotzdem, was du weißt. Selbst eine unvollständige Antwort kann Punkte bringen, wenn du einen richtigen Ansatz erkennst.

Am Ende zählt nicht, dass du jede Aufgabe perfekt machst. Wichtig ist, dass du dir so viele Punkte wie möglich sicherst. Mit der richtigen Strategie (Aufgaben richtig lesen, Zeit im Blick behalten, Antworten klar formulieren und bei Rechenaufgaben immer den Weg aufschreiben) kommst du auch dann gut durch, wenn nicht alles perfekt läuft.

Termine und Organisation

Die AP Teil 1 findet ungefähr nach 18 Monaten Ausbildungszeit statt. Wenn du im Sommer 2025 mit deiner Ausbildung begonnen hast und regulär zur Prüfung angemeldet wirst, liegt dein AP1-Termin typischerweise im Frühjahr 2027. Verbindlich ist aber immer die Einladung deiner zuständigen Stelle.

Die Anmeldung läuft in der dualen Ausbildung in der Regel über deinen Ausbildungsbetrieb beziehungsweise die zuständige Stelle. Prüfe trotzdem frühzeitig, ob du angemeldet bist. Einige Wochen vor der Prüfung bekommst du dann deine Einladung mit allen Informationen zugeschickt: Ort, Uhrzeit und was du mitbringen musst.

Wenn du schon im Voraus wissen möchtest, wann die Prüfung ungefähr stattfindet, findest du die bundeseinheitlichen Termine auf der Seite ihk-aka.de. Dort sind die schriftlichen Prüfungstermine lange im Voraus einsehbar.

Etwas anders kann es in Baden-Württemberg laufen. Prüfe dort besonders genau die Hinweise deiner Schule, deiner IHK und der zuständigen Stellen. Du kannst dich aber trotzdem darauf einstellen, dass deine AP Teil 1 ungefähr in der Mitte der Ausbildung beziehungsweise im vierten Ausbildungshalbjahr geschrieben wird.

Fazit

Die AP Teil 1 ist für viele die erste große IHK-Prüfung in der Ausbildung. Wichtig ist, dass du die Aufgabenformate kennst, deine Zeit in der Prüfung gut einteilst und bei jeder Aufgabe genug aufschreibst, damit Teilpunkte möglich bleiben.

Du solltest dir bewusst machen: Die AP Teil 1 ist bereits ein verbindlicher Teil deiner Abschlussprüfung und macht 20 Prozent der Abschlussbewertung aus. Mit einer guten Vorbereitung kannst du hier Punkte sammeln und Selbstvertrauen für die Abschlussprüfung Teil 2 gewinnen.

Nutze legal bezogene alte Prüfungen, lerne mit Karteikarten, übe regelmäßig und sprich im Unterricht Themen an, die dir fehlen. So baust du eine solide Grundlage auf.

Und wenn du noch mehr Unterstützung suchst: Auf der Lernplattform-Übersicht findest du transparent erklärt, welche Übungsaufgaben, Karteikarten und Lernpfade wir als eigenes Angebot bereitstellen. Was drinsteckt, kannst du vorher ansehen: die Lernpfade mit ihren Modulen und die Übungs-Dojos, in denen du SQL und Pseudocode selbst schreibst. Außerdem kannst du dich in unserer Azubi-Community auf Discord mit anderen austauschen, Fragen stellen und gemeinsam lernen.

Am Ende gilt: Je früher du mit einer realistischen Planung anfängst, desto weniger musst du kurz vor dem Termin improvisieren.

Häufige Fragen zur AP Teil 1

Zählt die AP Teil 1 wirklich zur Abschlussnote?

Ja. Die AP Teil 1 zählt 20 Prozent deiner Abschlussbewertung. Sie ist keine reine Zwischenprüfung ohne Folgen, sondern der erste Teil der gestreckten Abschlussprüfung.

Für welche IT-Berufe ist die AP Teil 1 gemeinsam angelegt?

Die AP Teil 1 ist für die modernisierten dualen IT-Berufe im Prüfungsbereich „Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes” berufsfeldübergreifend angelegt. Erst in AP Teil 2 unterscheiden sich die Prüfungsbereiche deutlich nach Beruf und Fachrichtung.

Wann sollte ich mit dem Lernen anfangen?

Spätestens drei Monate vorher solltest du regelmäßig wiederholen. Wenn du fachliche Lücken hast, starte früher und arbeite zuerst die Grundlagen aus Netzwerktechnik, Wirtschaftlichkeit, Datenschutz, IT-Sicherheit und Projektmanagement nach.

Kann ich mit alten Prüfungen lernen?

Ja, aber nutze sie legal und prüfe, ob Themen aus alten Aufgaben noch im aktuellen Prüfungskatalog stehen. Alte Prüfungen sind vor allem gut, um Aufgabenformat, Zeitdruck und Bewertung zu üben.

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