Auf dieser Seite
- Was ist eine außerbetriebliche Umschulung?
- Ablauf und Organisation
- Geht die Umschulung auch in Teilzeit oder berufsbegleitend?
- Vorteile der außerbetrieblichen Umschulung
- Herausforderungen und worauf du achten solltest
- Finanzierung und Förderung
- Der Weg in den IT-Beruf
- Quellen und amtliche Einstiege
- Nächster Schritt
Eine außerbetriebliche Umschulung ist eine Umschulung bei einem Bildungsträger, der die Rolle des Ausbildungsbetriebs übernimmt. Du lernst in Schulungsräumen und Laboren des Trägers, sammelst Praxis über Praktika in Kooperationsbetrieben und legst nach rund 24 Monaten die IHK-Prüfung ab. Sie wird auch überbetriebliche Umschulung genannt und ist häufig über einen Bildungsgutschein förderbar.
Die IT-Branche bietet mit den Berufen Fachinformatiker, IT-System-Elektroniker sowie den kaufmännischen IT-Berufen vielfältige Einstiegsmöglichkeiten. Diese Umschulungsform eignet sich besonders für Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten, aus gesundheitlichen Gründen ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können oder nach einer längeren Auszeit wieder einsteigen wollen. Wer viel Struktur, Lernbegleitung und Prüfungsvorbereitung braucht, ist hier oft besser aufgehoben als in einer betrieblichen Umschulung.
In den folgenden Abschnitten erfährst du, wie eine außerbetriebliche Umschulung abläuft, welche Vorteile sie bieten kann und worauf du achten solltest. Außerdem geht es um Finanzierungsmöglichkeiten und realistische Perspektiven nach bestandenem Abschluss.
| Merkmal | Außerbetriebliche Umschulung |
|---|---|
| Lernort | Bildungsträger, Berufsschule und Praktikumsbetriebe |
| Dauer | meist 24 Monate |
| Praxisanteil | über Praktika und Übungsprojekte |
| Betreuung | abhängig vom Träger oft stärker strukturiert |
| Besonders geeignet | wenn du viel Struktur, Lernbegleitung und Prüfungsvorbereitung brauchst |
Prüfe den Bildungsträger vor der Anmeldung:
- Ist die Maßnahme AZAV-zertifiziert und IHK-anerkannt?
- Wie lang sind die Praktikumsphasen?
- Gibt es echte IT-Labore, aktuelle Software und Prüfungssimulationen?
- Wie werden Fehlzeiten, Lerndefizite und private Belastungen begleitet?
- Welche Vermittlungsquote und Prüfungsergebnisse kann der Träger belegen?
Was ist eine außerbetriebliche Umschulung?
Eine außerbetriebliche Umschulung ist eine besondere Form der Berufsausbildung, die von spezialisierten Bildungsträgern durchgeführt wird. Anders als bei einer regulären betrieblichen Ausbildung übernimmt hier der Bildungsträger die Rolle des Ausbildungsbetriebs. Die rechtliche Grundlage bildet das Berufsbildungsgesetz, nach dem die Ausbildung mit einer Prüfung vor der zuständigen Kammer abschließt.
Der wesentliche Unterschied zur klassischen Ausbildung besteht darin, dass der theoretische und praktische Unterricht hauptsächlich in den Räumlichkeiten des Bildungsträgers stattfindet. Dort können je nach Träger Übungswerkstätten, Labore und Schulungsräume zur Verfügung stehen. Die praktische Ausbildung wird durch Praktikumsphasen in Kooperationsbetrieben ergänzt. Diese Praktika ermöglichen dir, das Gelernte in einem echten Arbeitsumfeld anzuwenden.
Der Bildungsträger muss wie jeder Ausbildungsbetrieb von der zuständigen Stelle, in der IT meist der IHK, als Ausbildungsstätte anerkannt sein. Er stellt sicher, dass alle Ausbildungsinhalte gemäß der Ausbildungsordnung vermittelt werden. Dafür beschäftigt er qualifizierte Ausbilder mit der notwendigen fachlichen und pädagogischen Eignung.
Die Ausbildungsdauer ist bei Umschulungen häufig kürzer als bei einer regulären Ausbildung. Bei IT-Berufen mit dreijähriger Regelausbildungszeit sind rund zwei Jahre verbreitet. Ob diese Dauer passt und förderfähig ist, hängt von Maßnahmezulassung, Umschulungsvertrag, Prüfungsterminen und Kostenträger ab.
Parallel zum Unterricht beim Bildungsträger kann Berufsschulunterricht vorgesehen sein. Der Unterricht findet je nach Modell an einzelnen Tagen, in Blockform oder in speziellen Umschulungsklassen statt. Entscheidend ist, dass Trägerunterricht, mögliche Berufsschule, Praktika und Prüfungsvorbereitung nachvollziehbar zusammenpassen.
Ablauf und Organisation
Der Start deiner außerbetrieblichen Umschulung beginnt mit dem Abschluss eines Umschulungsvertrags mit dem Bildungsträger. Dieser Vertrag entspricht einem regulären Ausbildungsvertrag und wird bei der zuständigen IHK eingetragen. Der Bildungsträger erstellt daraufhin einen detaillierten Ausbildungsplan, der die Vermittlung aller erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten nach der Ausbildungsordnung sicherstellt.
Die theoretische Ausbildung findet in Schulungsräumen oder Online-Lernumgebungen des Bildungsträgers statt. Hier lernst du die grundlegenden IT-Kenntnisse. In den ersten Monaten konzentriert sich der Unterricht häufig auf berufsbildübergreifende Grundlagen wie das Einrichten von IT-Systemen, Grundlagen der Programmierung und IT-Sicherheit. Danach werden die Lehrinhalte je nach gewähltem Ausbildungsberuf vertieft.
Parallel zum Unterricht beim Bildungsträger kann Berufsschulunterricht vorgesehen sein. Er findet je nach Modell an einzelnen Tagen, in Blockform oder in speziellen Umschulungsklassen statt. Prüfe vor Vertragsabschluss, wie Berufsschule, Trägerunterricht und Prüfungsvorbereitung konkret miteinander verzahnt sind.
Ein wichtiger Bestandteil deiner Ausbildung sind die Praktikumsphasen in Kooperationsbetrieben. Diese Betriebe werden vom Bildungsträger sorgfältig ausgewählt und müssen ebenfalls über eine Ausbildungsberechtigung verfügen. Während der Praktika arbeitest du in echten IT-Projekten mit und wendest dein erlerntes Wissen in der Praxis an. Die Praktikumsphasen dauern mehrere Wochen und finden zu verschiedenen Zeitpunkten der Umschulung statt.
Der Bildungsträger begleitet dich während der Ausbildungszeit fachlich und organisatorisch. Ausbilder stehen dir bei Fragen zur Seite und unterstützen dich bei der Prüfungsvorbereitung. Viele Bildungsträger bieten zusätzlich eine sozialpädagogische Betreuung an. Diese hilft dir bei der Organisation des Lernens und unterstützt dich bei persönlichen Herausforderungen während der Umschulung.
Den ersten Teil der gestreckten Abschlussprüfung legst du nach dem Zeitplan deiner IHK beziehungsweise deines Prüfungstermins ab. Diese Prüfung deckt Grundqualifikationen ab, die du bis dahin erworben hast. In der letzten Phase der Umschulung bereitest du dich auf den zweiten Teil der Abschlussprüfung vor. Dazu gehört auch eine Projektarbeit, die du selbstständig planst und durchführst. Mit dem erfolgreichen Bestehen beider Prüfungsteile erhältst du deinen IHK-Abschluss, der dem einer regulären Ausbildung gleichwertig ist.
Der Bildungsträger sollte deinen Lernfortschritt regelmäßig dokumentieren und den Ausbildungsplan bei Bedarf anpassen. Eine gute Verzahnung von Theorie, Praktikum und Prüfungsvorbereitung hilft, die notwendigen Kompetenzen für den gewählten IT-Beruf aufzubauen.
Geht die Umschulung auch in Teilzeit oder berufsbegleitend?
Viele Bildungsträger bieten die Umschulung nicht nur in Vollzeit, sondern auch in Teilzeit an. Eine berufsbegleitende Umschulung ist dann interessant, wenn du die Weiterbildung mit Familie, Pflege oder einer verbleibenden Beschäftigung vereinbaren musst. Der Preis dafür ist die längere Dauer: Was in Vollzeit rund 24 Monate braucht, streckt sich in Teilzeit entsprechend. Kläre die Teilzeit-Option immer vorab, denn sie muss sowohl der Träger anbieten als auch dein Kostenträger bewilligen. Wie sich Teilzeit auf Lebensunterhalt und Prüfungstermine auswirkt, besprichst du am besten schon im Beratungsgespräch zur Finanzierung.
Vorteile der außerbetrieblichen Umschulung
Die außerbetriebliche Umschulung kann für erwachsene Lernende Vorteile haben, wenn der Bildungsträger Unterricht, Praxisphasen und Prüfungsvorbereitung sauber organisiert. Der Unterricht ist häufig auf Erwachsene mit Berufserfahrung zugeschnitten. Lerngruppen können kleiner sein als in regulären Ausbildungsklassen; ob dadurch mehr individuelle Betreuung entsteht, hängt vom konkreten Träger ab.
Ein wichtiger Vorteil kann der klar strukturierte Lehrplan sein. Die Ausbildungsinhalte werden systematisch und in einem für Erwachsene passenden Tempo vermittelt. Ein guter Bildungsträger bereitet komplexe IT-Themen didaktisch auf und schafft eine Grundlage für spätere Spezialisierungen. Zusätzliche Übungsphasen und Wiederholungseinheiten helfen dir, das Gelernte zu festigen.
Die sozialpädagogische Begleitung unterstützt dich bei der Organisation deines Lernens und kann helfen, die Umschulung mit deinem Privatleben in Einklang zu bringen. Die Pädagogen beraten dich auch bei der Bewältigung von Prüfungsstress oder wenn du Schwierigkeiten mit bestimmten Lerninhalten hast. Diese Unterstützung kann helfen, Probleme früh zu erkennen und den Abschluss besser vorzubereiten.
Die Praktikumsphasen in verschiedenen Kooperationsbetrieben ermöglichen dir Einblicke in die IT-Arbeitswelt. Du lernst unterschiedliche Unternehmensstrukturen und Arbeitsweisen kennen. Diese Erfahrungen helfen dir bei der späteren Jobsuche und der Entscheidung, in welchem Bereich der IT-Branche du arbeiten möchtest. Durch die Praktika können auch direkte Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern entstehen.
Der Bildungsträger unterstützt dich außerdem aktiv bei der Vorbereitung auf die Zwischen- und Abschlussprüfungen. Regelmäßige Lernstandskontrollen und Prüfungssimulationen können die Vorbereitung auf die IHK-Prüfungen verbessern. Viele Bildungsträger bieten auch nach Abschluss der Umschulung Unterstützung bei der Stellensuche und dem Übergang in den Beruf an.
Herausforderungen und worauf du achten solltest
Eine außerbetriebliche Umschulung stellt dich vor besondere Herausforderungen, die du von Anfang an im Blick haben solltest. Die kürzere Ausbildungszeit bedeutet ein hohes Lerntempo. Du musst dir komplexe IT-Inhalte schneller aneignen als in einer regulären Ausbildung. Dies erfordert eine hohe Eigenmotivation und die Bereitschaft, auch außerhalb der Unterrichtszeiten intensiv zu lernen.
Die Praxisphasen in den Kooperationsbetrieben sind zwar wertvoll, können aber den täglichen Einblick in betriebliche Abläufe, wie er in einer regulären Ausbildung gegeben ist, nicht vollständig ersetzen. Du verbringst einen Großteil deiner Ausbildungszeit beim Bildungsträger. Umso wichtiger ist es, die Praktikumsphasen aktiv zu nutzen. Zeige während der Praktika Engagement, stelle Fragen und baue Kontakte zu den Mitarbeitenden auf. Nutze passende Gelegenheiten, an realen Projekten mitzuarbeiten.
Der Unterricht beim Bildungsträger findet in einem schulähnlichen Umfeld statt. Dies kann besonders für Umschüler mit längerer Berufserfahrung eine Umstellung bedeuten. Du musst dich wieder an regelmäßige Prüfungen und Hausaufgaben gewöhnen. Plane von Anfang an feste Lernzeiten ein und nutze die Unterstützungsangebote des Bildungsträgers. Die Ausbilder und sozialpädagogischen Betreuer helfen dir dabei, effektive Lernstrategien zu entwickeln.
Die finanzielle Situation während der Umschulung kann ebenfalls herausfordernd sein. Die Umschulungsvergütung oder Förderleistungen fallen meist geringer aus als ein reguläres Gehalt. Informiere dich frühzeitig über alle Fördermöglichkeiten und plane dein Budget sorgfältig. Bedenke auch zusätzliche Kosten für Lernmaterialien oder Fahrtkosten zu Praktikumsbetrieben.
Der Erfolg deiner Umschulung hängt maßgeblich von deiner persönlichen Einstellung ab. Betrachte die Zeit beim Bildungsträger nicht als notwendiges Übel, sondern als Chance, dich systematisch auf deinen neuen Beruf vorzubereiten. Bring dich aktiv in den Unterricht ein und tausche dich regelmäßig mit deinen Mitschülern aus. Gemeinsames Lernen in Lerngruppen kann dir helfen, die fachlichen Herausforderungen zu meistern.
Finanzierung und Förderung
Die außerbetriebliche Umschulung wird häufig öffentlich gefördert. Für den Bildungsgutschein ist die Agentur für Arbeit die zentrale Anlaufstelle; wenn du Bürgergeld beziehst, klärst du zusätzlich mit dem Jobcenter Lebensunterhalt und Mitwirkungspflichten. Mit dem Gutschein kannst du innerhalb der Vorgaben eine zugelassene Maßnahme bei einem zugelassenen Bildungsträger wählen.
Die Förderung durch die Agentur für Arbeit kann Lehrgangskosten beim Bildungsträger, notwendige Fahrtkosten, Lernmittel und weitere bewilligte Kosten umfassen. Zusätzlich erhältst du während der Umschulung je nach Anspruch Arbeitslosengeld, Bürgergeld oder andere Leistungen zum Lebensunterhalt. Entscheidend ist, was vor Beginn schriftlich bewilligt wurde.
Wenn gesundheitliche Gründe für die Umschulung ausschlaggebend sind, kann die Deutsche Rentenversicherung als Kostenträger auftreten. Sie prüft die Umschulung als Leistung zur beruflichen Rehabilitation. In diesem Fall können neben den Maßnahmekosten auch Übergangsgeld zum Lebensunterhalt sowie bei Bedarf Unterkunfts- und Verpflegungskosten bewilligt werden.
Auch die Berufsgenossenschaften können eine außerbetriebliche Umschulung finanzieren, wenn du aufgrund eines anerkannten Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit deinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Welche notwendigen Kosten und Entgeltersatzleistungen übernommen werden, hängt von Anspruch, Teilhabeplan und Bewilligung ab.
Die Voraussetzung für jede Förderung ist, dass die Umschulung als notwendig und geeignet eingestuft wird. Dies wird in einem persönlichen Beratungsgespräch beim jeweiligen Kostenträger geklärt. Dabei werden deine berufliche Situation, deine Eignung für den IT-Beruf und die Arbeitsmarktchancen nach der Umschulung geprüft. Ein frühzeitiger Kontakt zur Agentur für Arbeit oder zum zuständigen Leistungsträger ist daher wichtig, um die Förderung rechtzeitig vor Beginn der Umschulung zu klären.
Der Weg in den IT-Beruf
Mit dem erfolgreichen Abschluss deiner außerbetrieblichen Umschulung hast du einen anerkannten Einstieg in die IT-Branche. Der IHK-Abschluss ist bundesweit anerkannt und entspricht dem Abschluss einer regulären Ausbildung. In vielen IT-Bereichen gibt es Bedarf an qualifizierten Fachkräften; dein konkreter Einstieg hängt aber von Region, Fachrichtung, Praktikum, Projektbeispielen und Bewerbungsstrategie ab.
Deine Berufserfahrung aus der Zeit vor der Umschulung kann ein Vorteil sein, wenn du sie mit den neu erworbenen IT-Kompetenzen verbinden kannst. Besonders hilfreich sind konkrete Projektbeispiele, Praktikumszeugnisse und eine realistische Bewerbungsstrategie. Manche Umschüler finden durch ihre Praktika während der Ausbildung einen direkten Einstieg in den Beruf.
Die IT-Branche bietet zudem viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Nach einigen Jahren Berufserfahrung kannst du dich zum Beispiel technisch spezialisieren, Projektverantwortung übernehmen oder weitere Fortbildungen anschließen. Auch ein späteres Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik kann je nach Hochschulzugang möglich sein.
Quellen und amtliche Einstiege
- Bundesagentur für Arbeit: Bildungsgutschein für berufliche Weiterbildung
- Deutsche Rentenversicherung: Berufliche Rehabilitation
- DGUV: Leistungen zur beruflichen und sozialen Teilhabe
Nächster Schritt
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