Fachinformatiker Gehalt 2026: Ausbildung, Einstieg und Karriere
Was verdient ein Fachinformatiker? Alle Zahlen von der Ausbildungsvergütung über das Einstiegsgehalt bis zur Gehaltsentwicklung mit Berufserfahrung.
Stand:
Auf dieser Seite
- Gehalt in der Ausbildung
- Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
- Gehalt nach Berufserfahrung
- Gehalt nach Bundesland und Region
- Gehalt nach Unternehmensgröße
- Was dein Gehalt beeinflusst
- Gehalt nach Fachrichtung im Detail
- Vergleich mit anderen IT-Ausbildungsberufen
- Gehalt im öffentlichen Dienst
- Sonderzahlungen und Zusatzleistungen
- Brutto, Netto und Gesamtpaket
- Gehalt aktiv steigern
- Wann du über Gehalt sprechen solltest
- Häufige Fragen zum Fachinformatiker-Gehalt
- Quellen und Orientierung
- Nächster Schritt
Als Fachinformatiker liegt die Orientierung nach der Ausbildung häufig im Bereich von 2.850 bis 3.300 Euro brutto im Monat. Mit Berufserfahrung kann dein Gehalt steigen; amtliche und gewerkschaftsnahe Gehaltsquellen zeigen je nach Fachrichtung, Region, Arbeitszeit und Datenbasis unterschiedliche Werte.
2.850–3.300 €
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung (brutto/Monat)
4.449–4.978 €
Entgeltatlas-Median je nach Fachrichtung (brutto/Monat)
4.160 €
Orientierung nach 10 Jahren Berufserfahrung laut Lohnspiegel
Die Verdienstmöglichkeiten in der IT-Branche sind vielfältig und werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. In tarifgebundenen Betrieben, Konzernen oder spezialisierten Rollen können Einstiege über 3.500 Euro brutto monatlich vorkommen; in kleinen Betrieben, Supportrollen oder Regionen mit niedrigerem Lohnniveau kann der Einstieg darunter liegen. Die Höhe deines Einstiegsgehalts hängt von mehreren Faktoren ab: der Größe deines Arbeitgebers, dem Standort des Unternehmens, einer möglichen Tarifbindung und nicht zuletzt deinen konkreten Aufgaben und Qualifikationen. Auch die Wahl zwischen öffentlichem Dienst und Privatwirtschaft spielt eine wichtige Rolle.
Was der Beruf inhaltlich mitbringt und welche Fachrichtungen es gibt, findest du im Berufsbild Fachinformatiker.
Die Zahlen auf dieser Seite sind als Orientierung gedacht. Sie ersetzen keine individuelle Gehaltsauskunft, weil Stellenprofil, Verantwortung, Tarifbindung, Region und Arbeitszeit stark variieren. Nutze sie als realistischen Rahmen für Bewerbung, Übernahmegespräch und Gehaltsverhandlung.
Gehalt in der Ausbildung
Schon während der Ausbildung können viele Fachinformatiker-Angebote über der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung liegen. Die folgenden Werte sind Orientierungen für mögliche Angebote, keine gesetzlich garantierten Durchschnittswerte:
| Lehrjahr | Fachinformatiker Systemintegration | Fachinformatiker Anwendungsentwicklung | Gesetzliche Mindestvergütung bei Ausbildungsbeginn 2026 |
|---|---|---|---|
| 1. Jahr | 1.050 € | 1.000 € | 724 € |
| 2. Jahr | 1.150 € | 1.100 € | 854 € |
| 3. Jahr | 1.250 € | 1.200 € | 977 € |
Die Mindestvergütung ist die gesetzliche Untergrenze für Ausbildungen mit Beginn im Jahr 2026, soweit keine einschlägige tarifvertragliche Sonderregel greift. Prüfe deshalb immer deinen Ausbildungsvertrag, die Tarifbindung des Betriebs und die Angaben der zuständigen Kammer.
In Großstädten und wirtschaftsstarken Regionen können Vergütungen höher liegen als in kleineren Betrieben oder Regionen mit niedrigerem Lohnniveau. Wie groß der Unterschied ist, hängt stark von Branche, Tarifbindung und Betrieb ab. Alle Details zur Ausbildungsvergütung, zu Tarifverträgen und zu zusätzlichen Leistungen wie der Berufsausbildungsbeihilfe findest du auf der Seite IT-Ausbildung Gehalt: Vergütung im Überblick.
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
Die Einstiegsgehälter in der IT-Branche zeigen eine große Bandbreite. Als Berufseinsteiger mit einer IT-Ausbildung liegt eine realistische Orientierung häufig zwischen 2.850 und 3.300 Euro brutto monatlich. Diese Spanne ist eine redaktionelle Orientierung für Übernahme- und Bewerbungsangebote, keine amtliche Einstiegsgehaltsstatistik. Sie bezieht sich auf Vollzeit und enthält noch keine Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.
Zwischen den Fachrichtungen gibt es Unterschiede, allerdings ist die Datenbasis nicht für alle vier Fachrichtungen gleich stark. Im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegen die Medianwerte für Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration beim Stand dieser Seite bei 4.978 Euro und für Anwendungsentwicklung bei 4.449 Euro brutto monatlich. Das sind Medianwerte über Beschäftigte in der jeweiligen Berufsgattung, keine Prognose für dein Einstiegsgehalt. Die jüngeren Fachrichtungen Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung sind statistisch weniger sauber abgrenzbar; vergleiche hier vor allem konkrete Rollen statt nur den Ausbildungsnamen.
| Fachrichtung | Entgeltatlas-Median (brutto/Monat) |
|---|---|
| Systemintegration | 4.978 € |
| Anwendungsentwicklung | 4.449 € |
| Daten- und Prozessanalyse | noch weniger belastbare eigene Datenbasis |
| Digitale Vernetzung | noch weniger belastbare eigene Datenbasis |
Beachte, dass diese Medianwerte nur eine Orientierung bieten. Dein tatsächliches Einstiegsgehalt kann deutlich davon abweichen, weil Berufserfahrung, Arbeitgeber, Region, Tarifbindung, Arbeitszeit und konkrete Verantwortung nicht identisch sind. Gerade in der IT-Branche spielen auch deine individuellen Fähigkeiten und Zusatzqualifikationen eine wichtige Rolle bei der Gehaltsfindung. Die Detailseiten Systemintegration Gehalt und Anwendungsentwicklung Gehalt vertiefen die beiden größten Fachrichtungen.
Gehalt nach Berufserfahrung
Das Einstiegsgehalt nach deiner Ausbildung bildet nur den Startpunkt deiner beruflichen Entwicklung. Die Gehaltsentwicklung in den ersten Berufsjahren kann positiv verlaufen, wenn du fachlich wächst, Verantwortung übernimmst und in Rollen mit passendem Marktbedarf arbeitest.
| Karrierestufe | Gehalt (brutto/Monat) |
|---|---|
| Einstieg nach der Ausbildung | 2.850–3.300 € |
| Nach einigen Jahren | häufig über Einstieg, abhängig von Rolle und Verantwortung |
| Nach ca. 10 Jahren | laut Lohnspiegel rund 4.160 € als Orientierung |
| Senior / Spezialist / Lead | kann über dem Median liegen, aber stark rollenabhängig |
Auf das Jahr gerechnet können IT-Fachkräfte mit Ausbildung bereits zum Berufseinstieg grob im Bereich von 35.000 bis 40.000 Euro liegen. Mit Studium, Tarifbindung, gefragter Spezialisierung oder direkter Produktverantwortung können Einstiege höher ausfallen; in kleinen Betrieben, Supportrollen oder Regionen mit niedrigerem Lohnniveau auch darunter. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung sind Steigerungen möglich, aber nicht automatisch. Besonders hohe Jahresgehälter entstehen häufig erst durch Spezialisierung, Verantwortung, Marktwechsel oder Führung.
Wichtig ist, dass Berufserfahrung nicht automatisch mehr Gehalt bedeutet. Drei Jahre reine Ticketabarbeitung ohne neue Verantwortung wirken anders als drei Jahre, in denen du produktive Systeme betreust, Features verantwortest, Sicherheitskonzepte umsetzt oder technische Entscheidungen triffst. Für Gehaltsgespräche zählt deshalb nicht nur die Zeit seit Ausbildungsende, sondern was du nachweisbar gelernt und verbessert hast.
Gehalt nach Bundesland und Region
Regionale Unterschiede sind einer der größten Faktoren beim Fachinformatiker-Gehalt. In wirtschaftsstarken Regionen, Großstädten und Ballungsräumen sind höhere Gehälter wahrscheinlicher. Gleichzeitig sind dort Miete und Lebenshaltungskosten höher. Ein höheres Bruttogehalt ist deshalb nicht automatisch ein besseres Angebot.
| Region / Bundesland | Typische Einordnung |
|---|---|
| Baden-Württemberg | häufig geprägt durch Industrie, Maschinenbau, Automotive und Mittelstand |
| Bayern | hohe Gehälter in München, Nürnberg, Ingolstadt und größeren Konzernen |
| Hamburg | häufig höhere Gehaltsniveaus, aber hohe Lebenshaltungskosten |
| Hessen | relevante Einsatzfelder durch Banken, Versicherungen, Rechenzentren und Beratung |
| Nordrhein-Westfalen | große Bandbreite zwischen Konzern, Mittelstand und Dienstleistung |
| Berlin | viele Startups und Produktunternehmen, starke Streuung bei Gehältern |
| Ostdeutsche Flächenländer | oft niedrigere Durchschnittswerte, aber teils günstigere Lebenshaltung |
Für deine Entscheidung ist der lokale Arbeitsmarkt wichtiger als ein bundesweiter Durchschnitt. Vergleiche Angebote deshalb immer mit ähnlichen Rollen in deiner Region. Ein Systemadministrator in München, ein Anwendungsentwickler in einem niedersächsischen Mittelstandsbetrieb und ein IT-Specialist im öffentlichen Dienst sind nur begrenzt vergleichbar.
Gehalt nach Unternehmensgröße
Auch die Unternehmensgröße beeinflusst das Gehalt. Große Unternehmen zahlen häufig besser, weil sie tarifgebunden sind, größere Budgets haben und spezialisiertere Rollen anbieten. Kleine Betriebe können dafür schneller Verantwortung geben und breitere Aufgaben ermöglichen.
| Unternehmensgröße | Typische Gehaltswirkung | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Unter 100 Mitarbeitende | oft niedrigeres Grundgehalt | Lernkurve, Betreuung, echte Verantwortung |
| 100 bis 500 Mitarbeitende | solide Spanne | Rolle oft breit, gute Entwicklung möglich |
| 500 bis 1.000 Mitarbeitende | häufig bessere Gehaltsbänder | Spezialisierung und Prozesse nehmen zu |
| Über 1.000 Mitarbeitende | oft Tarif, Boni, klare Entwicklung | mehr Abstimmung, weniger Generalistenrolle |
Ein kleiner Betrieb ist nicht automatisch schlechter. Wenn du dort viel lernst, Projekte sichtbar verantwortest und nah an Entscheidungen arbeitest, kann das langfristig wertvoll sein. Ein großer Betrieb ist nicht automatisch besser, wenn du dort nur einen sehr engen Ausschnitt ohne Entwicklungsperspektive bearbeitest.
Was dein Gehalt beeinflusst
Unternehmensgröße: Große Betriebe zahlen häufig besser, weil sie öfter tarifgebunden sind, klarere Gehaltsbänder haben und spezialisiertere Rollen anbieten. Kleine Betriebe können dafür schneller Verantwortung geben. Entscheidend ist, ob die Rolle produktive Verantwortung, Lernkurve und Entwicklungsperspektive enthält.
Region: Der Entgeltatlas zeigt deutliche Unterschiede zwischen Bundesländern und Großstädten. Wirtschaftsstarke Regionen, Industriezentren und Ballungsräume liegen oft höher, haben aber auch höhere Lebenshaltungskosten. Vergleiche deshalb nicht nur Bruttozahlen, sondern auch Miete, Arbeitszeit, Fahrtkosten und Homeoffice.
Tarifbindung: Eine Tarifbindung deines Arbeitgebers wirkt sich häufig positiv auf Gehalt, Sonderzahlungen und Entwicklung aus. Lohnspiegel nennt für Fachinformatiker einen spürbaren Tarifvorteil; wie hoch er in deinem Fall ist, hängt vom konkreten Tarifvertrag ab.
Branche: Branchen mit hoher IT-Abhängigkeit, Tarifbindung oder kritischer Infrastruktur zahlen oft besser. Dazu gehören Industrie, Banken, Versicherungen, größere IT-Dienstleister, öffentliche Arbeitgeber und spezialisierte Produktunternehmen. Die konkrete Rolle bleibt wichtiger als der Branchenname.
| Branche | Typische Einordnung |
|---|---|
| Industrie / Automotive | oft gute Tarif- und Konzernstrukturen |
| IT-Dienstleistungen | große Bandbreite von Support bis Spezialberatung |
| Banken / Versicherungen | häufig starke IT-Budgets und regulierte Systeme |
| Handel / Agenturen | sehr unterschiedlich, genau auf Rolle und Lernkurve achten |
Gehalt nach Fachrichtung im Detail
Die vier Fachrichtungen des Fachinformatikers unterscheiden sich fachlich deutlich, beim Gehalt aber weniger stark, als viele erwarten. Entscheidend ist nicht nur der Name der Fachrichtung, sondern die konkrete Rolle.
| Fachrichtung | Typische gut bezahlte Themen | Detailseite |
|---|---|---|
| Systemintegration | Cloud, Security, Netzwerk, Automatisierung, Betrieb produktiver Systeme | FISI-Gehalt |
| Anwendungsentwicklung | Produktentwicklung, Backend, APIs, Daten, DevOps, Security | FIAE-Gehalt |
| Daten- und Prozessanalyse | Datenmodelle, BI, Prozessoptimierung, Schnittstellen | Berufsbild |
| Digitale Vernetzung | IoT, vernetzte Systeme, OT/IT-Schnittstellen, Automatisierung | Berufsbild |
Systemintegration kann bei Infrastruktur-, Cloud- und Security-Verantwortung gutes Potenzial haben. Anwendungsentwicklung kann in Produktunternehmen, bei spezialisierten Stacks oder in Senior-Rollen ähnlich gute Perspektiven bieten. Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung sind jünger und deshalb statistisch weniger etabliert, passen aber zu relevanten Einsatzfeldern.
Vergleich mit anderen IT-Ausbildungsberufen
Fachinformatiker gehören zu den bekanntesten IT-Ausbildungsberufen, sind aber nicht die einzige Option. Für die Wahl der Ausbildung sollte Gehalt nur ein Faktor sein. Aufgabenprofil, Interessen und spätere Spezialisierung sind mindestens genauso wichtig.
| IT-Beruf | Typischer Fokus | Gehaltliche Einordnung |
|---|---|---|
| Fachinformatiker | Software, Systeme, Daten oder Vernetzung | breite Einsatzfelder, viele Spezialisierungen |
| IT-System-Elektroniker | Geräte, Netze, Installation, elektrotechnische Nähe | gut bei Infrastruktur, Service und Außendienst |
| Kaufleute für IT-System-Management | Vertrieb, Beratung, Beschaffung, Kundenlösungen | häufig passend bei Beratung, Vertrieb und Produktnähe |
| Kaufleute für Digitalisierungsmanagement | Prozesse, Daten, digitale Geschäftsmodelle | gut bei Schnittstellen zwischen Fachbereich und IT |
Wenn du noch vor der Berufswahl stehst, nutze die Übersicht IT-Berufe im Vergleich. Für Ausbildungsvergütungen aller IT-Berufe findest du die eigene Vergleichsseite IT-Ausbildung Gehalt 2026.
Gehalt im öffentlichen Dienst
Im öffentlichen Dienst werden IT-Fachkräfte je nach Qualifikation, Aufgabenbewertung und Arbeitgeber in Entgeltgruppen eingruppiert. Für viele ausbildungsnahe IT-Rollen liegen E9a bis E11 im realistischen Bereich; anspruchsvollere Spezialisten- oder Leitungsrollen können höher bewertet werden. Der genaue Betrag hängt von Tarifbereich, Entgeltgruppe, Erfahrungsstufe und Zeitpunkt der Tabelle ab.
Der öffentliche Dienst punktet mit Planungssicherheit, Erfahrungsstufen, tariflichen Sonderzahlungen, betrieblicher Altersversorgung und klaren Arbeitszeitregeln. In der Privatwirtschaft können Spitzengehälter höher sein, dafür hängen Entwicklung und Verhandlung stärker von Markt, Unternehmen und eigener Sichtbarkeit ab. Prüfe im öffentlichen Dienst immer die konkrete Eingruppierung, nicht nur den Arbeitgebernamen.
Sonderzahlungen und Zusatzleistungen
Bei der Bewertung eines Stellenangebots solltest du neben dem Grundgehalt auch die Zusatzleistungen berücksichtigen. Diese können dein Jahresgehalt spürbar beeinflussen. Besonders bei Sonderzahlungen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Altersvorsorge und Weiterbildung zeigt sich häufig ein Vorteil tarifgebundener oder größerer Arbeitgeber.
Im öffentlichen Dienst sind Sonderzahlungen tariflich geregelt. Auch in der Privatwirtschaft bieten viele Arbeitgeber weitere Zusatzleistungen: Weiterbildungsbudgets, Dienstgeräte, betriebliche Altersvorsorge und flexible Arbeitszeiten. Einige Unternehmen zahlen leistungsabhängige Boni oder bieten Mitarbeiteraktienprogramme an. Variable Vergütung kann nützlich sein, sollte aber nicht wie festes Grundgehalt bewertet werden.
Bei Vorstellungsgesprächen solltest du aktiv nach den angebotenen Zusatzleistungen fragen. Oft lässt sich durch geschickte Verhandlung auch ohne Tarifbindung ein attraktives Gesamtpaket erreichen.
Brutto, Netto und Gesamtpaket
Gehälter werden fast immer brutto angegeben. Was netto übrig bleibt, hängt von Steuerklasse, Bundesland, Krankenversicherung, Kirchensteuer und weiteren Faktoren ab. Zwei Personen mit gleichem Bruttogehalt können deshalb unterschiedliche Nettogehälter haben.
Bei Angeboten solltest du nicht nur das Monatsbrutto vergleichen, sondern das Gesamtpaket:
| Bestandteil | Warum er wichtig ist |
|---|---|
| Jahresbrutto | enthält oft Sonderzahlungen und Boni besser als Monatsbrutto |
| Arbeitszeit | 3.400 Euro bei 35 Stunden sind anders zu bewerten als bei 40 Stunden |
| Homeoffice | spart Fahrtzeit und Kosten |
| Weiterbildung | kann langfristig mehr wert sein als ein kleiner Gehaltsunterschied |
| Rufbereitschaft / Überstunden | kann Geld bringen, aber auch stark belasten |
| Urlaub und Flexibilität | beeinflussen Lebensqualität und Wechselbereitschaft |
Gerade beim ersten Job nach der Ausbildung ist ein gutes Lernumfeld oft wichtiger als der letzte Gehaltsaufschlag. Wenn du in zwei Jahren mehr Verantwortung übernehmen kannst, ist das langfristig häufig wertvoller als ein minimal höheres Einstiegsgehalt ohne Entwicklung.
Gehalt aktiv steigern
Das eigene Gehalt lässt sich durch gezielte Maßnahmen aktiv beeinflussen. Besonders wirksam können Weiterbildungen und Zertifizierungen in aktuellen Technologien wie Cloud Computing, Künstlicher Intelligenz oder IT-Sicherheit sein, wenn du das Wissen praktisch einsetzt. Auch Projekt-, Produkt- oder Teamverantwortung kann Gehaltsgespräche stützen. Eine konkrete Steigerung ist aber nie garantiert und hängt von Rolle, Arbeitgeber, Tarifbindung und Markt ab.
Ein Arbeitgeberwechsel kann Potenzial für Gehaltssteigerungen bieten, besonders wenn du in eine Rolle mit mehr Verantwortung, Tarifbindung oder besser passender Spezialisierung wechselst. Der Zeitpunkt sollte fachlich begründet sein; häufig helfen zwei bis drei Jahre belastbare Erfahrung beim aktuellen Arbeitgeber. Selbstständigkeit oder Freelancing kann höhere Umsätze ermöglichen, bringt aber Akquise, Ausfallzeiten, Versicherungen, Steuern und unternehmerisches Risiko mit sich und ist deshalb nicht mit einem Angestelltengehalt vergleichbar.
Regelmäßige Gehaltsgespräche sind ein wichtiges Instrument zur Gehaltsentwicklung. Recherchiere vorab die üblichen Gehälter für deine Position in deiner Region, der Entgeltatlas der Arbeitsagentur und Online-Gehaltsvergleiche bieten dafür gute Orientierung. Bereite konkrete Beispiele vor, die deine Qualifikationen und Leistungen belegen. Wie du das Gespräch konkret führst, liest du im Artikel Gehaltsverhandlung in der IT.
Konkrete Hebel für Fachinformatiker:
- Übernimm Verantwortung für produktive Systeme oder produktive Software.
- Dokumentiere messbare Verbesserungen: weniger Ausfälle, schnellere Prozesse, bessere Tests.
- Lerne angrenzende Themen: Security, Cloud, Datenbanken, Netzwerke, Automatisierung.
- Baue ein Abschlussprojekt oder Arbeitsprojekt so auf, dass du Entscheidungen erklären kannst.
- Suche gezielt Rollen, in denen du nicht nur ausführst, sondern planst und begründest.
- Vergleiche Angebote nach Jahresbrutto, Arbeitszeit, Lernkurve und Verantwortung.
Für Berufseinsteiger ist besonders wichtig, nicht zu früh in eine Sackgasse zu geraten. Eine Rolle mit Support, Wartung oder interner Entwicklung kann gut sein, wenn sie Entwicklung ermöglicht. Sie wird problematisch, wenn du dauerhaft keine neuen Verantwortungsbereiche bekommst.
Wann du über Gehalt sprechen solltest
Während der Ausbildung ist das Gehalt meist durch Vertrag, Tarif oder betriebliche Regeln festgelegt. Trotzdem lohnt sich ein Gespräch vor der Übernahme. Der beste Zeitpunkt ist nicht erst am letzten Ausbildungstag, sondern wenn absehbar ist, dass der Betrieb dich übernehmen möchte.
Bereite dafür vor:
- welche Aufgaben du inzwischen selbstständig erledigst
- welche Projekte du abgeschlossen oder unterstützt hast
- welche Systeme, Anwendungen oder Prozesse du kennst
- welche Verantwortung du nach der Übernahme übernehmen kannst
- welche marktüblichen Gehälter für ähnliche Rollen realistisch sind
Wenn der Betrieb deutlich unter Markt zahlt, frage nach einem Entwicklungspfad: Wann wird neu bewertet? Welche Verantwortung rechtfertigt den nächsten Schritt? Gibt es Weiterbildung, Zertifizierungen oder einen Wechsel in ein anderes Team? Ein niedriger Einstieg kann akzeptabel sein, wenn Entwicklung konkret vereinbart wird. Ohne Perspektive solltest du den Markt prüfen.
Häufige Fragen zum Fachinformatiker-Gehalt
Als Berufseinsteiger mit einer IT-Ausbildung liegt eine realistische Orientierung häufig zwischen 2.850 und 3.300 Euro brutto monatlich (bezogen auf eine 38-Stunden-Woche, ohne Sonderzahlungen). In tarifgebundenen Betrieben, Konzernen oder stark spezialisierten Rollen können Einstiege auch darüber liegen.
Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration liegen im Entgeltatlas beim Stand dieser Seite bei einem Median von 4.978 Euro. Anwendungsentwicklung liegt dort bei 4.449 Euro. Für Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung ist die öffentliche Datenbasis noch weniger belastbar.
Mit Berufserfahrung steigt das Gehalt häufig, aber nicht automatisch. Lohnspiegel nennt für Fachinformatiker nach zehn Jahren Berufserfahrung rund 4.160 Euro brutto monatlich als Orientierung. Der Entgeltatlas zeigt beim Stand dieser Seite je nach Fachrichtung Mediane von 4.449 bis 4.978 Euro. Senior-, Spezialisten- oder Lead-Rollen können darüber liegen.
Häufig relevant sind je nach Aufgabe und Arbeitgeber Entgeltgruppen im Bereich E9a bis E11. Der konkrete Betrag hängt von Tarifbereich, Erfahrungsstufe und aktueller Tabelle ab. Prüfe deshalb immer die konkrete Eingruppierung und nicht nur den Begriff “öffentlicher Dienst”.
Die Gehaltschancen können im Vergleich zu vielen Ausbildungsberufen attraktiv sein. Besonders belastbar wird dein Profil, wenn du dich nach der Ausbildung spezialisierst, Verantwortung übernimmst und deine Arbeit messbar zum Betrieb beiträgt.
Das Netto hängt von Steuerklasse, Bundesland, Krankenversicherung, Kirchensteuer und weiteren Faktoren ab. Deshalb ist eine pauschale Nettozahl unseriös. Nutze für konkrete Angebote einen aktuellen Brutto-Netto-Rechner und vergleiche zusätzlich Arbeitszeit, Boni und Zusatzleistungen.
Quellen und Orientierung
- lohnspiegel.de, Fachinformatiker/-innen
- Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit: Systemintegration
- Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit: Anwendungsentwicklung
- BIBB: Mindestausbildungsvergütung 2026
- BIBB: Die Mindestausbildungsvergütung
Nächster Schritt
Wenn du noch in der Ausbildung bist, vergleiche zuerst die Ausbildungsvergütung auf IT-Ausbildung Gehalt. Wenn du zwischen Fachrichtungen schwankst, lies danach Gehalt in der Anwendungsentwicklung und Gehalt in der Systemintegration. Wenn du bereits ein Angebot oder Übernahmegespräch vorbereitest, nutze zusätzlich Gehaltsverhandlung in der IT.