Eine Virtualisierungsplattform für Serverdienste auswählen
Du leitest aus Anforderungen eine belastbare Virtualisierungsplattform ab und begründest Ressourcen-, Verfügbarkeits- und Betriebsentscheidungen.
Was du nach dieser Lektion kannst
Die Südwind Sozialberatung betreibt eine Termin- und Dokumentenanwendung. Bisher laufen Anwendung, Datenbank und Monitoring gemeinsam auf einem älteren physischen Server. Ein Hardwaredefekt würde alle drei Dienste gleichzeitig stoppen. Außerdem lassen sich Wartungsfenster nur schwer planen.
Du sollst keine bestimmte Marke einkaufen. Dein Auftrag beginnt eine Ebene früher: Welche Art von Virtualisierungsplattform trägt den Betrieb, und welche Bedingungen muss sie erfüllen?
Nach dieser Lektion kannst du:
- Anforderungen aus einem Serverdienst in technische Kriterien übersetzen,
- Type-1- und Type-2-Hypervisor sowie Container voneinander abgrenzen,
- Ressourcen für den Normalbetrieb und den Ausfall eines Hosts prüfen,
- Netzwerk, Speicher, Verfügbarkeit, Lizenzierung und Administration gemeinsam bewerten,
- eine Variante nachvollziehbar auswählen und ihre Grenzen benennen.
Du solltest bereits wissen, was CPU-Kerne, Arbeitsspeicher und ein Serverdienst sind. Konkrete Kenntnisse eines Virtualisierungsprodukts brauchst du nicht.
Erst der Dienst, dann die Plattform
Virtualisierung ist kein Selbstzweck. Eine Plattform passt nur, wenn sie den Dienst unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen tragen kann. Für die Sozialberatung gelten diese Anforderungen:
- Die Anwendung wird werktags von 7 bis 19 Uhr benötigt.
- Geplante Wartung eines Hosts soll den Anwendungsdienst nicht für das gesamte Wartungsfenster unterbrechen.
- Anwendung und Datenbank brauchen jeweils ein vollständiges Gastbetriebssystem, weil der Softwareanbieter genau diese Betriebsform unterstützt.
- Die Datenbank erzeugt zeitweise hohe Schreiblast.
- Die drei produktiven Systeme müssen in getrennten Netzwerksegmenten betrieben werden können.
- Sicherungen werden in ein getrenntes Sicherungsziel übertragen.
- Die Administration erfolgt durch zwei Personen. Änderungen müssen dokumentiert werden.
- Betriebssysteme, Verwaltungskomponenten und Zugriffe müssen lizenzrechtlich abgedeckt sein.
Die Anforderungen beschreiben noch keine Lösung. Sie geben aber Prüffragen vor: Muss ein einzelner Host ausfallen dürfen? Reicht lokaler Speicher? Gibt es getrennte Netzwerkpfade? Darf die CPU überbucht werden? Welche Lizenzen entstehen pro Host, Prozessorkern, virtueller Maschine oder Zugriff?
Mehrfachauswahl
Welche Angaben tragen die Plattformauswahl?
Wähle alle Angaben aus, die du vor einem Variantenvergleich klären solltest.
Alle passenden Antworten gefunden.
Die Auswahl ist noch nicht vollständig richtig.
Last, Ausfalltoleranz, Herstellerunterstützung, Betriebsorganisation und Lizenzierung können eine Variante ausschließen oder ihre Kosten verändern. Die Farbe einer Oberfläche trägt diese Entscheidung nicht.
Hypervisor und Container trennen unterschiedliche Ebenen
Eine virtuelle Maschine, kurz VM, enthält ein eigenes Gastbetriebssystem. Der Hypervisor teilt CPU, Arbeitsspeicher, Netzwerk und Speicher des physischen Hosts auf die VMs auf. Das NIST beschreibt eine serverbasierte Hypervisor-Plattform entsprechend als Softwareschicht, die Hardware-Ressourcen virtualisiert und mehrere vollständige Betriebssystem- und Anwendungsstapel auf einem Host ermöglicht.
Bei einem Type-1-Hypervisor liegt die Virtualisierungsschicht direkt auf der Serverhardware. Diese Form ist für Serverplattformen üblich. Ein Type-2-Hypervisor läuft dagegen als Anwendung auf einem normalen Hostbetriebssystem. Er eignet sich etwa für lokale Tests, bringt für einen produktiven Serverdienst aber eine zusätzliche Betriebs- und Fehlerdomäne mit: Fällt das Hostbetriebssystem aus oder wird es neu gestartet, betrifft das auch die VMs.
Container verpacken eine Anwendung mit ihren Laufzeitabhängigkeiten. Unter Linux verwenden Container auf einem Host jedoch denselben Kernel. Die Kubernetes-Dokumentation ordnet ihre Isolationsgrenze deshalb schwächer ein als die einer VM mit eigenem Kernel. Container können für passende Anwendungen sehr sinnvoll sein. Im vorliegenden Auftrag fordert der Softwareanbieter aber vollständige Gastbetriebssysteme. Damit sind Container keine gleichwertige Ersatzvariante für diese drei Dienste.
| Betriebsform | Eigener Gast-Kernel | Typischer Einsatz im Szenario | Entscheidende Grenze |
|---|---|---|---|
| Type-1-Hypervisor | ja | produktive VMs auf Serverhardware | Plattform, Netzwerk und Speicher müssen als Gesamtsystem betrieben werden |
| Type-2-Hypervisor | ja | Test-VM auf einem Arbeitsplatz | Hostbetriebssystem ist zusätzliche Abhängigkeit |
| Container | nein, Kernel wird geteilt | paketierbare Anwendung mit freigegebener Container-Betriebsform | nicht automatisch passend für Software, die eine vollständige VM verlangt |
| Bare Metal | kein Gast, Dienst läuft direkt auf Hardware | Speziallast mit direktem Hardwarezugriff | geringe Konsolidierung, Wartung und Umzug stärker an den Server gebunden |
Zuordnungsaufgabe
Ordne die Betriebsform zum neuen Fall
Wähle jeweils die fachlich passendste Einordnung.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
von 4 richtig
Die Betriebsform folgt aus Isolation, Herstellerfreigabe, Hardwarezugriff und Betriebsziel. Keine der vier Formen ist für jeden Auftrag grundsätzlich die beste.
Eine Plattform ist mehr als der Hypervisor
Der Hypervisor allein stellt noch keinen verlässlichen Dienst bereit. Für die Auswahl betrachtest du mindestens sechs Bereiche zusammen.
- Rechenressourcen: CPU-Kerne und Arbeitsspeicher müssen die gleichzeitige Last tragen. Zusätzlich braucht der Host selbst eine Reserve.
- Verfügbarkeit: Mehrere Hosts helfen nur, wenn die VM auf einem anderen Host gestartet werden kann und die dafür nötigen Daten erreichbar sind.
- Netzwerk: Verwaltungs-, VM-, Speicher-, Sicherungs- und gegebenenfalls Migrationsverkehr brauchen genug Bandbreite, passende Trennung und sinnvolle Redundanz.
- Speicher: Kapazität allein reicht nicht. IOPS, Latenz, Redundanz, gemeinsame Erreichbarkeit und Sicherbarkeit beeinflussen den Betrieb.
- Lizenz und Support: Host, Gastbetriebssystem, Verwaltung, Sicherung und Zugriffe können unterschiedliche Lizenzmetriken und Supportgrenzen haben.
- Betrieb: Updates, Monitoring, Rollen, Protokollierung, Wiederherstellungstests und vorhandene Kenntnisse verursachen dauerhafte Arbeit.
Vom Dienst zur begründeten Plattform
Der Ablauf zeigt, wie Ausschlusskriterien vor dem eigentlichen Variantenvergleich geprüft werden.
Das Diagramm konnte nicht geladen werden. Die Textfassung darunter enthält denselben Ablauf.
Zuerst klärst du den Dienst und die zulässige Ausfallzeit. Danach prüfst du Gastbetriebssysteme und Supportgrenzen. Du berechnest Ressourcen samt Reserve und planst Netzwerk und Speicher. Erst dann vergleichst du Lizenzierung und Betriebsaufwand der geeigneten Varianten. Ein Test und eine dokumentierte Begründung schließen die Auswahl ab.
Ressourcen auch für den Ausfallfall rechnen
Die Sozialberatung plant zwei gleich ausgestattete Hosts. Jeder Host besitzt 16 physische CPU-Kerne und 128 GiB Arbeitsspeicher. Für Hypervisor, Verwaltung und Sicherheitspuffer werden pro Host 16 GiB reserviert.
Im Regelbetrieb sollen die VMs verteilt laufen. Bei Wartung oder Ausfall eines Hosts muss der verbleibende Host vorübergehend alle produktiven VMs aufnehmen können.
| VM | vCPU | Arbeitsspeicher | Nutzspeicher | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Anwendung | 4 | 24 GiB | 300 GiB | mittlere, schwankende Last |
| Datenbank | 6 | 48 GiB | 900 GiB | hohe Schreiblast zu Spitzenzeiten |
| Monitoring | 2 | 8 GiB | 150 GiB | soll auch bei Störungen erreichbar bleiben |
| Drei Test-VMs zusammen | 6 | 24 GiB | 300 GiB | abschaltbar, keine Produktionslast |
Die produktiven VMs benötigen zusammen 80 GiB Arbeitsspeicher und 12 vCPU. Mit den Test-VMs sind es 104 GiB und 18 vCPU. Nach der Hostreserve stehen 112 GiB Arbeitsspeicher bereit. Damit passt die geplante Arbeitsspeicherzuweisung rechnerisch auf einen Host.
Bei der CPU ist die Zuordnung mit allen Test-VMs überbucht: 18 vCPU treffen auf 16 physische Kerne. Dieses Verhältnis heißt CPU-Overcommit.
CPU-Overcommit = zugewiesene vCPU / physische CPU-Kerne
CPU-Overcommit = 18 / 16 = 1,125
Ein Verhältnis von 1,125 bedeutet nicht, dass dauerhaft 12,5 Prozent Rechenleistung fehlen. vCPU sind planbare Rechenzeit auf den physischen Kernen. Kritisch wird die Überbuchung, wenn viele VMs gleichzeitig ihre volle CPU-Zeit verlangen. Red Hat weist deshalb darauf hin, dass ein tragfähiges Verhältnis von der Arbeitslast abhängt und in Produktion gemessen sowie getestet werden muss.
Rechenaufgabe
Prüfe den Arbeitsspeicher im Ausfallfall
Auf einem Host laufen Anwendung, Datenbank, Monitoring und die drei Test-VMs. Addiere deren Arbeitsspeicher und die Hostreserve. Wie viel Arbeitsspeicher ist insgesamt eingeplant?
Das Ergebnis liegt im richtigen Bereich.
Das Ergebnis passt noch nicht.
24 + 48 + 8 + 24 + 16 = 120 GiB. Von 128 GiB bleiben 8 GiB ungeplant. Die Rechnung zeigt Kapazität, ersetzt aber keinen Lasttest. Für einen angespannten Ausfallbetrieb kann es sinnvoll sein, die Test-VMs automatisch abzuschalten und die Reserve neu zu bewerten.
Verfügbarkeit braucht mehrere unabhängige Pfade
Zwei Hosts beseitigen noch keinen Single Point of Failure. Liegen alle virtuellen Festplatten auf einem einzelnen Speichergerät, bleibt dieses Gerät eine gemeinsame Ausfallstelle. Führt nur ein Switch den Speicher- und VM-Verkehr, gilt dasselbe für das Netzwerk.
Für eine hoch verfügbare VM müssen die beteiligten Hosts auf ihren Zustand und ihre virtuellen Datenträger zugreifen können. Microsoft nennt für einen Hyper-V-Cluster getrennt zu planende Verkehrsarten wie Verwaltung, Clusterkommunikation, Migration, Speicherzugriff, Replikation und VM-Zugriff. Die konkrete Technik ist produktabhängig. Die Planungsfrage bleibt allgemein: Welche Daten müssen von welchem Host über welchen Pfad erreichbar sein?
Für den Auftrag werden deshalb vorgesehen:
- zwei Hosts, die beide die produktiven VMs ausführen können,
- redundant angebundener, von beiden Hosts erreichbarer Speicher,
- getrennte logische Netze für Verwaltung, VM-Zugriff, Speicher und Sicherung,
- redundante physische Netzwerkpfade für die kritischen Verbindungen,
- ein externes Sicherungsziel, das nicht dieselbe Fehlerdomäne wie der VM-Speicher teilt,
- ein dokumentierter Test für Hostausfall und Wiederanlauf.
Ein Cluster ersetzt keine Datensicherung. Der Cluster hilft beim Weiterbetrieb nach dem Ausfall eines Knotens. Eine Sicherung stellt frühere Datenstände wieder her, etwa nach versehentlichem Löschen oder einer beschädigten Datenbank.
Drei Varianten vergleichen
Die Vorauswahl enthält drei produktneutrale Varianten.
| Kriterium | Variante A: einzelner Type-1-Host | Variante B: zwei Type-1-Hosts als Cluster | Variante C: Type-2 auf Verwaltungsserver |
|---|---|---|---|
| Hostwartung | Dienstunterbrechung oder gesonderter Ersatzbetrieb | VM kann bei passender Plattform auf anderem Host laufen | Neustart des Hostbetriebssystems betrifft VMs |
| Speicher | lokal, einfach aufgebaut | gemeinsam erreichbar und redundant anzubinden | meist lokal oder zusätzlich komplex angebunden |
| Netzwerk | wenige Pfade, geringerer Aufbauaufwand | mehrere Verkehrsarten und redundante Pfade zu planen | zusätzliche Abhängigkeit vom Hostbetriebssystem |
| Ressourcen | keine N+1-Reserve | verbleibender Host muss Ausfalllast tragen | Ressourcen konkurrieren auch mit Hostanwendungen |
| Betrieb | weniger Komponenten, aber Wartungsstillstand | mehr Komponenten, Cluster- und Wiederanlauftests | zwei Betriebsebenen für einen Serverdienst |
| Lizenzprüfung | Host, Gäste, Sicherung, Verwaltung | zusätzlich zweiter Host und Clusterfunktionen | zusätzlich Hostbetriebssystem und dessen Nutzung |
| Passung zum Auftrag | erfüllt Wartungsanforderung nicht | kann Anforderungen erfüllen, wenn Gesamtdesign und Tests tragen | für den produktiven Dienst nicht angemessen |
Variante B ist hier die belastbarste Ausgangswahl. Sie erfüllt die Wartungsanforderung nicht automatisch, kann sie aber mit geeigneter Clusterfunktion, gemeinsam erreichbarem Speicher und redundanten Netzwerkpfaden tragen. Variante A bleibt für weniger kritische Dienste denkbar. Variante C passt eher in eine Testumgebung.
Schnellcheck
Triff drei Betriebsentscheidungen
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Geschafft
von 3
Situationen richtig eingeordnet.
Betrieb und Lizenzierung gehören in dieselbe Entscheidung
Eine kostenlose Hypervisor-Lizenz bedeutet nicht automatisch einen kostenlosen Betrieb. Patchen, Monitoring, Sicherung, Dokumentation, Bereitschaft, Schulung und Wiederherstellungstests benötigen Zeit. Umgekehrt belegt ein hoher Lizenzpreis nicht, dass eine Plattform für den Auftrag geeignet ist.
Für jede Variante hältst du deshalb getrennt fest:
- Nutzungsrecht: Welche Hosts, Prozessorkerne, Gastbetriebssysteme, Verwaltungsfunktionen und Zugriffe sind abgedeckt?
- Support: Welche Kombination aus Hardware, Hypervisor und Gastbetriebssystem unterstützt der jeweilige Anbieter?
- Betriebsaufwand: Wer installiert Updates, überwacht die Plattform und reagiert auf Störungen?
- Nachweis: Welche Inventar-, Lizenz- und Änderungsdaten müssen dokumentiert werden?
- Ausstieg: Wie lassen sich VMs, Daten und Konfigurationen sichern oder auf eine andere Plattform übertragen?
Die konkreten Bedingungen stehen im jeweiligen Vertrag und in den zum Entscheidungszeitpunkt gültigen Produktbestimmungen. Diese Lektion liefert deshalb keine pauschale Lizenzrechnung. Sie zeigt, welche Fragen vor einer Entscheidung beantwortet werden müssen.
Übertrage die Auswahl auf einen neuen Auftrag
Transferaufgabe
Begründe eine Plattformentscheidung
Ein Ingenieurbüro betreibt einen Lizenzserver, einen internen Webdienst und eine Build-VM. Eine Unterbrechung von bis zu vier Stunden außerhalb der Arbeitszeit ist akzeptabel. Das Budget reicht zunächst nur für einen Server. Für den Lizenzserver ist ein vollständiges, vom Anbieter freigegebenes Gastbetriebssystem erforderlich. Entwirf eine Startlösung und einen Ausbaupfad.
Musterlösung vergleichen
Musterlösung: Als Startlösung ist ein einzelner Type-1-Host vertretbar, wenn gemessene Ressourcenwerte ausreichend Reserve lassen und das Wartungsfenster zur zulässigen Unterbrechung passt. Der Lizenzserver läuft in einer freigegebenen VM. Der interne Webdienst könnte nur dann als Container laufen, wenn Anwendung, Sicherheitskonzept und Betrieb diese Form unterstützen.
Die Lösung ist nicht hoch verfügbar. Der Host und sein lokaler Speicher bleiben Ausfallstellen. Deshalb braucht der Betrieb ein getrenntes Sicherungsziel, getestete Wiederherstellung und dokumentierte Ersatzwege. Als Ausbaupfad werden ein zweiter kompatibler Host, redundant erreichbarer Speicher und passende Netzwerkpfade geplant. Vor dem Ausbau werden Lizenzfolgen, Clusterfunktion und die Ressourcen im Ein-Host-Ausfallfall erneut geprüft.
Das nimmst du mit
Eine belastbare Plattformentscheidung beginnt beim Serverdienst. Type-1-Hypervisor, Type-2-Hypervisor, Container und Bare Metal lösen unterschiedliche Betriebsprobleme. Erst Anforderungen an Isolation, Support, Ressourcen und Ausfallzeit zeigen, welche Form passt.
Ressourcen planst du nicht nur für den ruhigen Regelbetrieb. Du rechnest Reserve und Ausfallfall, misst Spitzenlast und behandelst Overcommit als überprüfbare Annahme. Für Verfügbarkeit betrachtest du Hosts, Speicher und Netzwerk als zusammenhängende Fehlerdomänen. Lizenzierung und Betriebsaufwand gehören ebenfalls in den Variantenvergleich.
Damit steht die Auswahl, aber noch nicht die vollständige Systemlösung. Die konkrete Speicherarchitektur, das Sicherungsverfahren, VLANs, Firewallregeln und die Installation der Serverdienste brauchen jeweils eine eigene Planung und Prüfung.
Quellenbasis und Abgrenzung
Der Rahmenlehrplan ordnet das Bereitstellen von Serverdiensten dem Lernfeld 10b zu. Die Ausbildungsordnung verbindet die Lektion mit dem Konzipieren, Realisieren und Administrieren von IT-Systemen. Der Prüfungskatalog stützt die Themenbreite aus Anforderungen, Virtualisierung, Bare Metal, Auslastung und Lizenzmanagement. Er sagt nicht voraus, welche Aufgabe in einem konkreten Prüfungstermin vorkommt.
Die technischen Details sind produktneutral erklärt. NIST trägt das Grundmodell der Hypervisor-Plattform. Die aktuelle RHEL-9-Dokumentation trägt die Einordnung von vCPU- und Arbeitsspeicher-Overcommit. Microsoft Learn dient als konkrete Primärquelle für Verkehrsarten und Speicheranforderungen eines Failover-Clusters. Die Kubernetes-Dokumentation grenzt die gemeinsame Kernel-Nutzung von Containern gegenüber VMs ab.
Nicht Teil dieser Lektion sind die Auswahl eines konkreten Herstellers, eine vollständige Clusterinstallation, die Dimensionierung einer Speicherlösung und die Konfiguration von VLANs oder Sicherungsverfahren. Diese Themen schließen fachlich an, würden die Handlung in einer 40-Minuten-Lektion aber zu breit machen.
Belegmatrix
| Lernziel | Ordnungsmittel | Quellen | Lernaktivität |
|---|---|---|---|
| Anforderungen ableiten | LF10b, C1 | KMK-Rahmenlehrplan, FIAusbV, Prüfungskatalog | Anforderungsszenario und Mehrfachauswahl |
| Betriebsformen abgrenzen | LF10b, C1 | NIST SP 800-125A, Kubernetes Multi-tenancy | Vergleichstabelle und Zuordnung |
| Ressourcen und Overcommit prüfen | LF10b, C1, C3 | Prüfungskatalog, RHEL-9-Dokumentation | Ausfallrechnung und Zahlenaufgabe |
| Verfügbarkeit, Netzwerk, Speicher, Lizenz und Betrieb bewerten | LF10b, C1, C3 | FIAusbV, Microsoft Learn, Prüfungskatalog | Variantenvergleich und Quiz |
| Auswahl begründen und Grenzen benennen | LF10b, SI-PB2 | FIAusbV § 21, Prüfungskatalog | Transferaufgabe mit Musterlösung |
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