Ein Datenanalyseprojekt planbar machen und übergeben
Du führst einen Kundenauftrag von der Zielfrage über einen reproduzierbaren Analyseplan bis zur überprüfbaren Übergabe.
Eine gute Analyse beginnt nicht mit einem Diagramm
Die Nordlicht Ersatzteillogistik GmbH beliefert Fahrradwerkstätten. In den letzten Monaten häufen sich teure Expressnachsendungen. Die Bereichsleitung vermutet Fehler bei der Kommissionierung, der Kundenservice vermutet verspätete Bestandskorrekturen und das Lager verweist auf unvollständige Bestellungen.
Der erste Auftrag lautet: “Analysiert unsere Lieferdaten und baut ein Dashboard, damit wir Expresskosten senken.” Das klingt nach einem Ziel. Für eine belastbare Projektplanung ist es noch zu offen. Es fehlt unter anderem, welche Entscheidung das Ergebnis unterstützen soll, welche Kosten betrachtet werden, wer die Daten freigibt und woran die Auftraggeberin eine erfolgreiche Analyse erkennt.
In dieser Lektion machst du aus diesem Wunsch einen ausführbaren Datenanalyseauftrag. Du planst Datenzugang, Arbeitspakete, Qualitäts- und Abnahmekriterien. Danach bereitest du die Übergabe so vor, dass Fachbereich und Betrieb Ergebnis, Grenzen und Entstehungsweg nachvollziehen können. Alle Namen, Daten und Ergebnisse des Szenarios wurden für diese Lektion neu erstellt.
Du brauchst Grundwissen zu Tabellen, Kennzahlen und betrieblichen Abläufen. Wie du einzelne Qualitätsfehler in Datensätzen untersuchst und bereinigst, behandelt die Lektion zur Datenqualität. Die Auswahl und Bewertung eines Modells des maschinellen Lernens ist ebenfalls ein eigenes Thema.
Auftrag und Nutzen geben der Analyse eine Richtung
Ein Datenanalyseprojekt beantwortet nicht einfach “etwas mit Daten”. Es unterstützt eine konkrete Entscheidung. Nach dem Auftragsgespräch hält das Team deshalb folgende Projektgrundlage fest:
| Baustein | Vereinbarung im Projekt |
|---|---|
| betriebliche Frage | Welche Prozessstellen und Merkmale hängen bei Standardaufträgen mit Expressnachsendungen zusammen? |
| Entscheidung | Die Logistikleitung priorisiert höchstens drei Verbesserungsmaßnahmen für einen achtwöchigen Pilotbetrieb. |
| Nutzen | Auffällige Prozessstellen werden anhand derselben Datengrundlage besprochen, statt nur anhand einzelner Beschwerden. |
| Ergebnis | Eine dokumentierte Auswertung mit Kennzahlen, drei Visualisierungen und einer priorisierten Maßnahmenliste. |
| Betrachtungszeitraum | Abgeschlossene Standardaufträge des ersten Halbjahres 2026. |
| Projektgrenze | Keine Vorhersage einzelner Aufträge, keine automatische Personalbewertung und keine Änderung am Lagerverwaltungssystem. |
| Auftraggeberin | Leitung Logistik; sie bestätigt Ziel, Grenzen und Abnahme. |
Der Nutzen ist bewusst als bessere Entscheidungsgrundlage formuliert. “Expresskosten um 20 Prozent senken” wäre als alleiniges Projektziel ungeeignet. Die Analyse kann Maßnahmen begründen. Ob die Kosten später sinken, hängt auch von Umsetzung, Lieferlage und Bestellverhalten ab. Das Projekt verspricht deshalb nur eine Wirkung, die es selbst nachweisen kann.
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Geschafft
von 3
Situationen richtig eingeordnet.
Stakeholder bringen Bedarf, Wissen und Verantwortung ein
Ein Stakeholder ist eine Person oder Gruppe, die das Projekt beeinflusst oder von seinem Ergebnis betroffen ist. Nicht alle Stakeholder entscheiden dasselbe. Das Team ordnet deshalb Beiträge und Verantwortung vor dem Datenzugriff:
| Rolle | Beitrag | Entscheidung oder Verantwortung |
|---|---|---|
| Logistikleitung | betriebliche Frage, Ziel und Prioritäten | gibt Auftrag und Scope frei und nimmt das Ergebnis ab |
| Lagerkoordination | erklärt Buchungen und Ausnahmen im Ablauf | prüft die fachliche Interpretation |
| Kundenservice | ordnet Reklamationsgründe ein | prüft, ob Kategorien im Alltag verständlich sind |
| Datenverantwortliche im ERP-Team | beschreibt Herkunft, Felder und Änderungen | genehmigt und protokolliert den Datenexport |
| Datenschutzkoordination | bewertet Zweck, Datenminimierung und Löschregeln | bestätigt das vereinbarte Datenschutzkonzept im betrieblichen Verfahren |
| Analyseteam | plant, analysiert, dokumentiert und visualisiert | verantwortet nachvollziehbare Methoden und Aussagen |
| IT-Betrieb | stellt Ablage und geplante Aktualisierung bereit | übernimmt technische Betriebsunterlagen |
Eine Rollenliste allein reicht nicht. Jeder wichtige Kontrollpunkt braucht eine benannte Entscheidung. Sonst wartet das Projekt etwa auf eine “fachliche Freigabe”, ohne dass klar ist, wer sie erteilen darf.
Datenzugang folgt dem Zweck, nicht der Bequemlichkeit
Das Team prüft drei mögliche Quellen. Es übernimmt nicht automatisch alle verfügbaren Spalten.
| Quelle | benötigte Inhalte | Zweck im Projekt | Schutz und Grenze |
|---|---|---|---|
| Warenwirtschaft | pseudonyme Auftrags-ID, Auftragsart, Bestell- und Versandzeit, Versandart | Grundgesamtheit und Durchlaufzeiten | Namen, Anschriften und Kontaktdaten werden nicht exportiert |
| Lagerverwaltung | Auftrags-ID, Scan-Zeitpunkte, Nachpick, Fehlmengencode | Prozessstellen und Nacharbeiten | Beschäftigtenkennung wird durch eine Schichtkennung ersetzt |
| Reklamationssystem | Auftrags-ID, Eingangszeit, freigegebene Ursache, Nachsendung ja/nein | Ergebnis und fachliche Ursache | freie Nachrichtentexte bleiben wegen möglicher Personenangaben außerhalb der Analyse |
Die gemeinsame Auftrags-ID verbindet die Exporte. Für die Analyse reicht eine projektbezogene, pseudonyme Kennung. Der Zuordnungsschlüssel bleibt beim verantwortlichen Quellsystem und wird nicht Teil des Analysebestands.
Pseudonymisiert bedeutet nicht anonym. Wenn Daten mit zusätzlichem Wissen wieder einer Person zugeordnet werden können, bleiben sie schutzbedürftig. Im Projekt gelten deshalb Zugriff nach Rolle, getrennte Ablagen für Roh- und Ergebnisdaten, protokollierte Exporte sowie eine vereinbarte Löschung nach der Übergabe.
Zuordnungsaufgabe
Ordne Entscheidungen der passenden Rolle zu
Wähle die Rolle, die den jeweiligen Punkt im Szenario fachlich oder organisatorisch verantwortet.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
von 5 richtig
Die Rollen ergänzen sich. Auftrag, fachliche Bedeutung, Datenfreigabe, Datenschutzprüfung und technischer Betrieb sind verschiedene Verantwortungen. Eine Person kann mehrere Rollen haben, die Entscheidungen bleiben trotzdem unterscheidbar.
Arbeitspakete liefern überprüfbare Ergebnisse
Ein Arbeitspaket beschreibt ein abgrenzbares Ergebnis mit Verantwortung und Fertigkriterium. “Daten anschauen” ist kein gutes Arbeitspaket. “Feldkatalog mit Herkunft, Bedeutung, Format und verantwortlicher Quelle fachlich freigegeben” lässt sich dagegen überprüfen.
Das Projekt wird in sieben Arbeitspakete gegliedert:
- Auftrag, Stakeholder, Scope und Abnahmekriterien bestätigen.
- Quellen, Felder, Rollen, Exportweg und Löschregel freigeben.
- Unveränderte Datenstände übernehmen und ihre Herkunft protokollieren.
- Verknüpfung und Qualitätsprofil erstellen; blockierende Befunde entscheiden lassen.
- Kennzahlen, Vergleiche und Interpretationen entwickeln und fachlich prüfen.
- Visualisierungen, Ergebnisbericht und Maßnahmenvorschläge abnehmen lassen.
- Reproduktionspaket, Betriebsunterlagen, Schulung und Abschlussbewertung übergeben.
Kontrollpunkte im Datenanalyseprojekt
Der Ablauf zeigt, dass fachliche und organisatorische Freigaben vor der nächsten Projektstufe liegen.
Das Diagramm konnte nicht geladen werden. Die Textfassung darunter enthält denselben Ablauf.
Zuerst bestätigt die Auftraggeberin Frage und Projektgrenze. Danach wird geprüft, ob der vorgesehene Datenzugriff freigegeben ist. Ohne Freigabe werden Zweck oder Umfang angepasst. Mit Freigabe übernimmt das Team einen dokumentierten Datenstand und erstellt ein Qualitätsprofil. Blockierende Befunde führen zu einer Entscheidung über Grenze oder Vorgehen. Erst fachlich tragfähige Daten gehen in Analyse und Visualisierung ein. Abnahme und Übergabe schließen das Projekt ab.
Sortieraufgabe
Bringe die Kontrollpunkte in eine tragfähige Reihenfolge
Ordne die Schritte so, dass keine Analyseentscheidung auf einem ungeklärten Auftrag oder einem unfreigegebenen Datenbestand aufbaut.
Ziehe die Einträge an die richtige Position. Geht auch per Tastatur über den Griff.
Die Reihenfolge stimmt.
Die Reihenfolge passt noch nicht.
Die Zielfrage bestimmt den notwendigen Datenumfang. Erst nach Datenfreigabe folgt das Qualitätsprofil. Es zeigt, ob und innerhalb welcher Grenzen die Analyse trägt. Danach entstehen Aussagen und Visualisierungen. Die Übergabe verbindet Ergebnis, Entstehungsweg und Betrieb.
Meilensteine entscheiden über den nächsten Schritt
Ein Meilenstein ist kein beliebiges Kalenderdatum. Er markiert ein überprüfbares Zwischenergebnis oder eine Entscheidung. Für das Szenario gelten vier Meilensteine:
| Meilenstein | Nachweis | Entscheidung |
|---|---|---|
| M1 Projektgrundlage bestätigt | freigegebener Auftrag mit Scope und Abnahmekriterien | Planung darf konkretisiert werden |
| M2 Datenzugang freigegeben | Feldkatalog, Rollen, Export- und Löschregel | definierter Datenstand darf übernommen werden |
| M3 Analyse fachlich geprüft | Qualitätsbericht, Kennzahlendefinitionen und Reviewprotokoll | Ergebnisaufbereitung darf abgeschlossen werden |
| M4 Abnahme erfolgt | Abnahmeprotokoll, Übergabeliste und offene Punkte | Projekt geht in Betrieb oder endet mit Auflagen |
Risiken brauchen Auslöser, Wirkung und Reaktion
Ein Risiko beschreibt ein mögliches zukünftiges Ereignis. “Schlechte Daten” ist zu ungenau. Das Team formuliert stattdessen, woran es das Risiko erkennt, was es bewirken würde und wie es reagiert.
| Risiko | Frühindikator | Vorbeugung | Reaktion bei Eintritt |
|---|---|---|---|
| Auftrags-IDs sind zwischen Quellen nicht stabil verknüpfbar. | Stichprobe zeigt fehlende oder mehrfach verwendete IDs. | Verbindung mit Quellverantwortlichen vor dem Vollimport testen. | Analyse auf belastbar verknüpfbare Teilmenge begrenzen und Aussagegrenze dokumentieren. |
| Ursachecodes werden von Teams unterschiedlich verwendet. | Fachreview ordnet denselben Fall verschiedenen Kategorien zu. | Kategorien und Beispiele vor der Auswertung abstimmen. | strittige Kategorien zusammenfassen oder aus der Ursachenanalyse nehmen. |
| Personenbezug gelangt über Freitext in den Analysebestand. | Exportentwurf enthält Nachrichten- oder Notizfelder. | Positivliste erlaubter Felder und automatisierte Schemaprüfung verwenden. | Import stoppen, Bestand geschützt löschen und Exportregel korrigieren. |
| Fachreview erfolgt zu spät. | Für M3 fehlt fünf Arbeitstage vorher ein bestätigter Termin. | Reviews bereits mit dem Projektplan reservieren. | Umfang priorisieren und Auswirkung auf Endtermin entscheiden lassen. |
Risiken werden nicht nur am Projektstart notiert. Das Team prüft sie an jedem Meilenstein. Ein bereits eingetretenes Ereignis ist kein Risiko mehr, sondern ein Problem mit Entscheidung, Verantwortung und Termin.
Fehlersuche
Finde den unbrauchbaren Projektstatus
Eine der Aussagen verschleiert den Entscheidungsbedarf. Wähle sie aus.
Fehler gefunden.
Diese Stelle ist nicht die Ursache.
Die Aussage nennt weder konkreten Befund noch Wirkung, Verantwortung oder nächste Entscheidung. Ein Status soll Orientierung geben, nicht Unsicherheit verdecken.
Qualitäts- und Abnahmekriterien entstehen vor der Auswertung
Qualitätssicherung prüft nicht nur, ob ein Skript ohne Fehlermeldung läuft. Sie verbindet Daten, Methode, Darstellung und fachliche Aussage mit beobachtbaren Kriterien.
| Ebene | Kriterium | Nachweis |
|---|---|---|
| Datenstand | Quelle, Exportzeitpunkt, Zeitraum, Feldschema und Dateiprüfsumme sind protokolliert. | Importprotokoll und Manifest |
| Verknüpfung | Anteil nicht verknüpfbarer Aufträge wird ausgewiesen; die vereinbarte Entscheidungsgrenze ist eingehalten oder freigegeben. | Qualitätsbericht und Freigabe |
| Kennzahl | ”Expressnachsendung” und “Durchlaufzeit” sind fachlich eindeutig definiert. | Kennzahlenblatt mit Beispielen |
| Rechenweg | Ein zweiter Lauf mit demselben Datenstand und derselben Version erzeugt dieselben Ergebnistabellen. | automatisiertes Laufprotokoll |
| Interpretation | Jede Kernaussage nennt Datengrundlage, Vergleich und Grenze. | Fachreview mit dokumentierten Rückfragen |
| Visualisierung | Achsen, Einheit, Zeitraum, Filter und Bezugsgröße sind sichtbar; die Darstellung funktioniert ohne Farbbedeutung allein. | Darstellungscheck und Abnahmetest |
| Übergabe | Fachbereich und Betrieb finden Ergebnis, Reproduktionsweg, Zuständigkeiten und offene Punkte. | Übergabeprotokoll |
Die konkrete Grenze für nicht verknüpfbare Aufträge legt das Projekt mit den verantwortlichen Rollen fest. Sie ist keine allgemeingültige Fachregel. Wichtig ist, dass sie vor der Ergebnisbewertung bestätigt und bei einer Abweichung nicht still verschoben wird.
Reproduzierbarkeit macht den Entstehungsweg prüfbar
Ein Ergebnis ist reproduzierbar, wenn eine berechtigte Person mit dem dokumentierten Datenstand, den festgehaltenen Versionen und den beschriebenen Schritten dasselbe Analyseergebnis erzeugen kann. Dazu übergibt das Team kein loses Notebook, sondern ein geordnetes Paket:
analyse-expressnachsendungen/
├── README.md
├── manifest.yml
├── data/
│ └── input-checksums.txt
├── src/
│ ├── 01_import.sql
│ ├── 02_transform.py
│ └── 03_kennzahlen.py
├── config/
│ └── projektparameter.yml
├── tests/
│ └── test_kennzahlen.py
└── output/
├── kennzahlen.csv
└── abbildungen/
Das Manifest benennt Datenstand, Ausführungsreihenfolge, Laufzeitumgebung, Werkzeugversionen und verantwortliche Rolle. Zugangsdaten liegen nicht darin. Der Ordner data enthält in der Übergabe nur Prüfsummen und Herkunftsnachweise, sofern die Rohdaten nicht mit übergeben werden dürfen.
Ein reproduzierbarer Lauf garantiert noch keine richtige Interpretation. Er garantiert nur, dass der technische Entstehungsweg wiederholbar ist. Fachreview und Aussagegrenzen bleiben zusätzlich nötig.
Eine Visualisierung beantwortet eine Frage
Das Team findet im Szenario: Bei Aufträgen mit dokumentiertem Nachpick tritt die Kennzahl “Expressnachsendung” häufiger auf als bei Aufträgen ohne Nachpick. Diese Beobachtung stammt aus den erfundenen Projektdaten der Lektion. Sie beweist nicht, dass der Nachpick die Nachsendung verursacht. Beide können zum Beispiel durch denselben Bestandsfehler beeinflusst sein.
Für die Ergebnisdarstellung gelten deshalb vier Fragen:
- Welche betriebliche Frage beantwortet die Grafik?
- Welche Grundgesamtheit und Bezugsgröße werden verglichen?
- Welche Aussage tragen die Daten?
- Welche Ursache oder Übertragbarkeit tragen sie nicht?
Eine passende Bildunterschrift lautet etwa: “Anteil der Standardaufträge mit Expressnachsendung, getrennt nach dokumentiertem Nachpick, erstes Halbjahr 2026. Dargestellt ist ein Zusammenhang im analysierten Datenstand, kein Ursachennachweis.”
Übergabe verbindet Ergebnis, Nutzung und Betrieb
Die Abnahme findet mit Logistikleitung, Lagerkoordination und IT-Betrieb statt. Das Team zeigt nicht nur Folien, sondern führt drei vereinbarte Prüfungen durch:
- Die Auftraggeberin findet zu jeder Kernaussage Kennzahl, Filter, Datengrundlage und Grenze.
- Die Lagerkoordination kann eine Visualisierung in eigenen Worten erklären und daraus eine zulässige Prozessfrage ableiten.
- Der IT-Betrieb führt mit der Anleitung einen Testlauf aus und erkennt einen absichtlich veränderten Eingabe-Datenstand an der Prüfsumme.
Zur Übergabe gehören Ergebnisbericht, Kennzahlenblatt, Reproduktionspaket, Freigaben, Rollen- und Löschkonzept, Betriebsablauf, Schulungsnotiz und eine Liste offener Punkte. Ein Dashboard ohne diese Unterlagen wäre eine Oberfläche, aber noch keine belastbare Projektübergabe.
Der Abschluss bewertet Ergebnis und Vorgehen getrennt
Im Szenario sind die vereinbarten Ergebnisbestandteile vorhanden. Der zweite Analyselauf erzeugt dieselben Ergebnistabellen, und das Fachreview bestätigt die Interpretation im dokumentierten Umfang. Ein offener Punkt bleibt: Das Reklamationssystem enthält für einen Teil der älteren Vorgänge keine freigegebene Ursachenkategorie. Diese Vorgänge werden sichtbar als “nicht klassifiziert” ausgewiesen und nicht nachträglich geschätzt.
Der Plan-Ist-Vergleich zeigt außerdem, dass M2 zwei Arbeitstage später erreicht wurde. Die Positivliste der Exportfelder wurde erst nach einem Freitextfund ergänzt. Das Projektergebnis ist im freigegebenen Umfang abnahmefähig. Das Vorgehen kann trotzdem verbessert werden.
Aus der Abschlussbesprechung entstehen drei Lessons Learned:
- Exportfelder werden künftig vor dem ersten Testexport über eine Positivliste und eine Schemaprüfung begrenzt.
- Fachreviews erhalten bereits bei Projektstart feste Termine und eine kurze Prüfanleitung.
- Die Kategorie “nicht klassifiziert” wird als eigener Datenqualitätsbefund geführt, statt Fälle still einer vermuteten Ursache zuzuordnen.
Eine Lesson Learned beschreibt nicht nur, was passiert ist. Sie verbindet Beobachtung, Ursache und eine konkrete Änderung für die nächste Arbeit.
Transferaufgabe
Plane eine Analyse für einen Reparaturservice
Ein Reparaturdienst möchte verstehen, warum zugesagte Fertigstellungstermine überschritten werden. Verfügbar sind pseudonyme Auftragsdaten, Ersatzteilbestellungen, Statuswechsel und freigegebene Störungskategorien. Freie Werkstattnotizen können Personenangaben enthalten. Die Serviceleitung möchte eine monatliche Auswertung und höchstens drei Verbesserungsmaßnahmen. Plane den Auftrag von der Zielfrage bis zur Übergabe.
Musterlösung vergleichen
Musterlösung: Die betriebliche Frage lautet: “Welche dokumentierten Prozessstellen und Auftragsmerkmale hängen im letzten abgeschlossenen Halbjahr mit überschrittenen Fertigstellungsterminen zusammen?” Das Ergebnis soll der Serviceleitung helfen, höchstens drei Maßnahmen für einen Pilotbetrieb auszuwählen. Eine Vorhersage einzelner Aufträge, eine Bewertung einzelner Beschäftigter und die automatische Änderung von Terminen bleiben außerhalb des Auftrags.
Die Serviceleitung verantwortet Ziel und Abnahme. Werkstattkoordination und Ersatzteillager erklären Status sowie Ausnahmen. Die Verantwortlichen der Quellsysteme geben Exporte frei. Die Datenschutzkoordination prüft Zweck, Datenminimierung, Rollen und Löschung. Freie Werkstattnotizen werden nicht übernommen. Benötigt werden pseudonyme Auftrags-ID, zugesagter und tatsächlicher Fertigstellungstermin, Statuszeitpunkte, Ersatzteilstatus und freigegebene Störungskategorie.
Arbeitspakete führen von Auftragsklärung und Datenfreigabe über dokumentierten Datenstand, Qualitätsprofil, Kennzahlen und Fachreview bis zu Visualisierung und Übergabe. Meilensteine bestätigen Projektgrundlage, Datenzugang, fachlich geprüfte Analyse und Abnahme. Ein Risiko sind uneinheitlich verwendete Statuswerte. Ein früher Fachtest und eine bestätigte Zuordnungstabelle wirken vorbeugend; bei nicht tragfähigen Werten wird die Aussage auf stabile Status begrenzt. Ein zweites Risiko sind fehlende Ersatzteilbezüge. Das Team weist den Anteil aus und entscheidet vor der Analyse über die zulässige Grenze.
Die Abnahme prüft Kennzahlendefinitionen, Reproduktionslauf, sichtbare Filter und Grenzen der Visualisierung. Eine Grafik kann den Anteil verspäteter Aufträge nach dokumentierter Prozessstelle vergleichen. Sie behauptet keinen Ursachennachweis. Übergeben werden Ergebnisbericht, Kennzahlenblatt, Versions- und Datenmanifest, Skripte, Prüfprotokolle, Betriebsanleitung, Löschregel und offene Punkte. Der Abschluss vergleicht Plan und Ist und leitet aus Abweichungen konkrete Änderungen für das nächste Projekt ab.
Was du aus dem Projekt mitnimmst
- Eine Analyse beginnt mit einer betrieblichen Frage, einer Entscheidung und einer ehrlichen Projektgrenze.
- Stakeholder liefern Bedarf und Fachwissen; Rollen legen fest, wer Daten, Interpretation, Abnahme und Betrieb verantwortet.
- Daten werden zweckgebunden, minimiert und mit dokumentierter Herkunft übernommen.
- Arbeitspakete liefern Ergebnisse. Meilensteine verbinden diese Ergebnisse mit einer Entscheidung.
- Reproduzierbarkeit, Fachreview und verständliche Visualisierung sichern verschiedene Teile der Qualität.
- Die Übergabe umfasst Ergebnis, Entstehungsweg, Nutzung, Betrieb, Grenzen und offene Punkte.
- Lessons Learned werden erst wirksam, wenn aus einer Beobachtung eine konkrete Änderung folgt.
Quellenbasis und Abgrenzung
Der KMK-Rahmenlehrplan ordnet die vollständige kundenspezifische Prozess- und Datenanalyse dem Lernfeld 12c zu. Die Fachinformatikerausbildungsverordnung nennt im Prüfungsbereich “Planen und Durchführen eines Projektes der Datenanalyse” unter anderem Anforderungsanalyse, Projektplanung, Identifikation und Analyse von Daten sowie Aufbereitung und Dokumentation der Ergebnisse. Der Prüfungskatalog stützt die Breite von Projektplanung, Stakeholderanalyse, Risiken, Leistungsübergabe, Soll-Ist-Vergleich und Lessons Learned.
Die Lektion zeigt daraus eine berufliche Handlung an einem neu erstellten Szenario. Sie übernimmt keine Prüfungsaufgabe und trifft keine Aussage über einen bestimmten Prüfungstermin. Konkrete Einreichungs-, Genehmigungs- und Formvorgaben für eine betriebliche Projektarbeit richten sich nach dem zuständigen Verfahren und sind nicht Gegenstand dieser Lektion.
Die Lektion plant Qualitätskontrollen, erklärt aber nicht die systematische Erkennung und Bereinigung einzelner Datenfehler. Das gehört zur Lektion “Datenqualität prüfen und verbessern”. Sie entwickelt außerdem kein Modell des maschinellen Lernens. Auswahl, Training und Bewertung solcher Modelle gehören zum eigenen ML-Modellprozess.
Belegmatrix
| Lernziel | Ordnungsmittel | Quellenbasis | Lernaktivität |
|---|---|---|---|
| Auftrag, Nutzen, Stakeholder, Grenze und Abnahme ableiten | LF12c, D1, D3, DPA-PB1 | Rahmenlehrplan LF12c; FIAusbV § 28 Absatz 2; Prüfungskatalog, Berufsbildposition 01 | Auftragsraster, Rollenübersicht und Quiz |
| Datenquellen, Rollen und Datenschutz verbinden | LF12c, D2, D4, DPA-PB1 | Rahmenlehrplan LF12c; FIAusbV § 28 Absatz 2 sowie Ausbildungsrahmenplan Abschnitt D Nummer 2 und 4 | Quellentabelle und Zuordnungsaufgabe |
| Arbeitspakete, Meilensteine, Risiken und Qualität planen | LF12c, D1, D3 | Rahmenlehrplan LF12c; Prüfungskatalog, Projektmanagement und Risikoanalyse | Ablaufdiagramm, Sortieraufgabe, Risikotabelle und Fehlersuche |
| Ergebnis reproduzierbar aufbereiten und übergeben | LF12c, D3, A7, DPA-PB1 | FIAusbV § 28 Absatz 2; Prüfungskatalog, Berufsbildposition 07 | Reproduktionspaket, Visualisierungscheck und Übergabeprüfung |
| Zielerreichung und Vorgehen bewerten | LF12c, A7 | Rahmenlehrplan LF12c; Prüfungskatalog, Soll-Ist-Vergleich und Lessons Learned | Abschlussfall und Transferaufgabe |
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