Einen Soll-Prozess entwerfen und eine Lösung auswählen
Du leitest aus einem belegten Ist-Problem Ziele ab, vergleichst Lösungsvarianten und planst einen prüfbaren Soll-Prozess.
Wenn ein neues Werkzeug nur den alten Fehler beschleunigt
Die Morgenstern Akademieservice GmbH erstellt Teilnahmebescheinigungen für Firmenkurse. Eine Anfrage kommt per E-Mail an. Der Kundenservice überträgt Name, Kursnummer und Firmenanschrift in eine Tabellenliste. Danach prüft er die Teilnahme im Kurssystem. Die Finanzabteilung bestätigt per Chat, ob der Auftrag freigegeben ist. Erst dann erstellt der Kundenservice eine PDF-Datei und verschickt sie.
Eine vierwöchige Ist-Aufnahme mit 120 Vorgängen ergab im neu erstellten Szenario:
- 34 Anfragen waren beim Eingang unvollständig,
- bei 15 Vorgängen stimmten Schreibweisen zwischen E-Mail und Kurssystem nicht überein,
- die mittlere Durchlaufzeit betrug 4,5 Arbeitstage,
- 18 Vorgänge dauerten länger als sieben Arbeitstage,
- bei 11 Vorgängen war nachträglich unklar, wer die finanzielle Freigabe erteilt hatte.
Die Zahlen beschreiben nur dieses Übungsszenario. Sie sind keine Markt- oder Branchenwerte. Sie reichen aber, um das Problem genauer zu fassen: Informationen fehlen am Eingang, werden mehrfach übertragen und Freigaben sind nicht zuverlässig nachvollziehbar.
Die Geschäftsführung schlägt sofort ein neues Workflow-Werkzeug vor. Das wäre zu früh. Ein Produkt ist erst sinnvoll bewertbar, wenn klar ist, welcher Zustand erreicht werden soll, welche Grenzen gelten und woran eine Verbesserung erkennbar wäre.
Dein Auftrag lautet deshalb: Entwickle mehrere Soll-Varianten, prüfe ihre Machbarkeit, entscheide anhand offengelegter Kriterien und plane einen begrenzten Pilotversuch.
Übersetze einen Befund in Ziel, Grenze und Nachweis
“Der Ablauf soll schneller werden” klingt plausibel, ist aber noch nicht prüfbar. Eine belastbare Zielaussage verbindet vier Teile:
- Ausgangsbefund: Was ist im Ist-Prozess beobachtet oder gemessen worden?
- Zielzustand: Was soll sich für den Prozess ändern?
- Messregel: Welche Kennzahl wird wie erhoben?
- Zeitraum und Grenze: Wann wird bewertet und was darf dabei nicht verletzt werden?
Für Morgenstern lautet ein Ziel:
Innerhalb des vierwöchigen Piloten sollen mindestens 90 Prozent der vollständigen Anfragen innerhalb von zwei Arbeitstagen versendet werden. Die Zeit beginnt mit dem vollständigen Eingang und endet mit dem Versand. Keine Bescheinigung darf ohne bestätigte Teilnahme und finanzielle Freigabe versendet werden.
Die Formulierung trennt Geschwindigkeit und Kontrolle. Ein schneller Ablauf wäre keine Verbesserung, wenn er die Freigabe umgeht.
Muss-Kriterien begrenzen den Lösungsraum
Ein Muss-Kriterium ist keine Präferenz. Eine Variante, die es nicht erfüllt, scheidet aus. Erst danach lohnt sich eine gewichtete Bewertung der verbleibenden Varianten.
Für den Pilot gelten diese Muss-Kriterien:
| Muss-Kriterium | Prüffrage | Nachweis vor dem Pilot |
|---|---|---|
| fachliche Freigabe | Wird nur nach bestätigter Teilnahme und Finanzfreigabe versendet? | Testfall mit fehlender Freigabe wird blockiert |
| Rollentrennung | Bleiben Kundenservice und Finanzabteilung als getrennte Verantwortungen erkennbar? | Rollen- und Berechtigungstest |
| vorhandene Konten | Kann der bestehende Anmeldedienst verwendet werden? | technische Schnittstellenprüfung |
| Einführungsgrenze | Ist ein Pilot innerhalb von zehn Wochen möglich? | abgestimmter Termin- und Ressourcenplan |
| Budgetgrenze | Bleiben einmalige Pilotkosten unter 32.000 Euro? | nachvollziehbare Kostenschätzung |
Zuordnungsaufgabe
Ordne Befund, Ziel, Muss-Kriterium und Nachweis zu
Achte darauf, welche Funktion die Aussage in einer Entscheidung erfüllt.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
von 4 richtig
Der Befund beschreibt die Ausgangslage. Das Ziel beschreibt die beabsichtigte Änderung. Ein Muss-Kriterium begrenzt jede zulässige Lösung. Der Nachweis legt fest, wie die Erfüllung geprüft wird.
Entwirf Varianten, bevor du Produkte vergleichst
Eine Variante beschreibt nicht nur ein Werkzeug. Sie verbindet Ablauf, Rollen, Daten und technische Übergaben. Für Morgenstern entstehen drei bewusst unterschiedliche Ansätze.
Variante A: Eingang standardisieren, Bearbeitung manuell bündeln
Ein Webformular prüft Pflichtfelder. Jede vollständige Anfrage erhält eine Vorgangsnummer und landet in einer zentralen Arbeitsliste. Kundenservice und Finanzabteilung pflegen ihren Status dort. Die Teilnahme wird weiterhin manuell im Kurssystem geprüft.
- Vorteil: geringer technischer Eingriff und kurze Einführung,
- Grenze: Status und Stammdaten werden weiterhin von Hand zwischen Systemen übertragen,
- Pilotkosten: 12.000 Euro,
- geschätzte Pilotdauer: sechs Wochen.
Variante B: Gesteuerter Workflow mit zwei Schnittstellen
Ein Workflow nimmt validierte Formulardaten an. Er liest den Teilnahmestatus über eine freigegebene Schnittstelle und fordert die Finanzfreigabe in einer eigenen Rolle an. Nach beiden Freigaben erzeugt der Kundenservice die Bescheinigung. Jeder Statuswechsel erhält Zeitpunkt und verantwortliche Rolle.
- Vorteil: weniger Übertragungen und klarer Freigabestatus,
- Grenze: Schnittstellen, Fehlerfälle und Betrieb müssen zusätzlich geplant werden,
- Pilotkosten: 29.000 Euro,
- geschätzte Pilotdauer: neun Wochen.
Variante C: Bildschirmabläufe vollständig automatisieren
Ein Automatisierungsprogramm liest E-Mails und bedient Kurs- sowie Finanzoberfläche wie eine Person. Es soll die Bescheinigung anschließend selbst versenden.
- Vorteil: geringer Änderungsbedarf an den vorhandenen Systemen,
- Grenze: Oberflächenänderungen können den Ablauf stören,
- Pilotkosten: 39.000 Euro,
- geschätzte Pilotdauer: zwölf Wochen.
Variante C überschreitet Budget und Einführungszeit. Sie wird deshalb nicht durch zusätzliche Punkte “gerettet”, sondern vor der Gewichtung ausgeschlossen.
Schnellcheck
Prüfe die Variantenentscheidung
Entscheide dich bei jeder Frage. Du bekommst die Erklärung direkt nach deiner Antwort.
Geschafft
von 3
Situationen richtig eingeordnet.
Bewerte nur machbare Varianten gewichtet
Eine Nutzwertanalyse macht qualitative Präferenzen sichtbar. Dazu werden Kriterien vor der Bewertung festgelegt, auf zusammen 100 Prozent gewichtet und für jede Variante auf derselben Skala bewertet. Hier reicht eine Skala von 1 Punkt “erfüllt das Kriterium schwach” bis 5 Punkte “erfüllt das Kriterium sehr gut”.
Die Gewichte stammen in einem echten Projekt nicht aus einer Einzelmeinung. Fachbereich, Betrieb und weitere betroffene Rollen stimmen sie ab. Für das Szenario gelten diese festgelegten Werte:
| Kriterium | Gewicht | Variante A | Variante B |
|---|---|---|---|
| Beitrag zu Durchlaufzeit und Nachvollziehbarkeit | 35 % | 3 | 5 |
| Robustheit bei Fehlern und Ausfällen | 25 % | 4 | 4 |
| Einführbarkeit mit vorhandenen Fähigkeiten | 20 % | 5 | 3 |
| erwarteter laufender Pflegeaufwand | 10 % | 4 | 3 |
| Ressourcenbedarf im Betrieb | 10 % | 3 | 4 |
Die Nutzwertpunkte entstehen aus Gewicht × Bewertung:
Variante A = 35 × 3 + 25 × 4 + 20 × 5 + 10 × 4 + 10 × 3 = 375 Punkte
Variante B = 35 × 5 + 25 × 4 + 20 × 3 + 10 × 3 + 10 × 4 = 405 Punkte
Variante B liegt unter diesen Annahmen vorn. Das Ergebnis ist keine objektive Wahrheit. Eine andere, begründete Gewichtung kann die Reihenfolge verändern. Deshalb gehören Kriterien, Skala, Begründungen und eine kurze Empfindlichkeitsprüfung zur Entscheidung.
Rechenaufgabe
Berechne den Nutzwert einer angepassten Variante B
Der Fachbereich erhöht die Bewertung der Einführbarkeit von 3 auf 4 Punkte. Alle anderen Bewertungen und Gewichte bleiben gleich. Berechne den neuen Nutzwert.
Das Ergebnis liegt im richtigen Bereich.
Das Ergebnis passt noch nicht.
35 × 5 + 25 × 4 + 20 × 4 + 10 × 3 + 10 × 4 = 425 Punkte. Die um einen Punkt bessere Bewertung wirkt wegen des Gewichts von 20 Prozent mit 20 zusätzlichen Nutzwertpunkten.
Zeichne den Soll-Prozess mit Rollen, Daten und Ausnahmen
Für den Pilot wird Variante B ausgewählt. Der neue Ablauf verändert nicht nur die Oberfläche. Er legt fest, wann ein Vorgang vollständig ist, welche Rolle freigibt und wie Fehler behandelt werden.
Soll-Prozess für eine Teilnahmebescheinigung
Der Ablauf zeigt den Normalweg sowie die beiden wichtigen Wartezustände für fehlende Teilnahme- oder Finanzfreigabe.
Das Diagramm konnte nicht geladen werden. Die Textfassung darunter enthält denselben Ablauf.
Das abgesendete Formular startet den Prozess. Zuerst prüft das System die Pflichtfelder. Danach liest der Workflow den Teilnahmestatus. Fehlt eine bestätigte Teilnahme, erhält der Kundenservice einen Klärungsvorgang. Bei bestätigter Teilnahme fordert der Workflow die Finanzabteilung zur Freigabe auf. Ohne Freigabe bleibt der Vorgang im sichtbaren Wartezustand. Nach der Freigabe erzeugt und prüft der Kundenservice die Bescheinigung. Der Versand beendet den betrachteten Prozess.
Das Diagramm allein ist noch kein vollständiger Entwurf. Die folgende Festlegung macht Verantwortung und Informationsfluss prüfbar:
| Schritt oder Übergabe | verantwortliche Rolle | gelesene oder erzeugte Daten | Fehlerregel |
|---|---|---|---|
| Formular validieren | Workflow | Anfrage, Pflichtfelder, Vorgangsnummer | unvollständige Eingabe wird nicht angenommen |
| Teilnahme prüfen | Kurssystem als Quelle, Kundenservice bei Klärung | Kursnummer, Personenzuordnung, Teilnahmestatus | kein Treffer erzeugt einen Klärungsvorgang |
| Finanzfreigabe | Finanzabteilung | Vorgangsnummer, Firmenauftrag, Freigabestatus | offene Freigabe bleibt sichtbar und blockiert Versand |
| Bescheinigung erzeugen | Kundenservice | geprüfte Stammdaten, Teilnahme, Freigabe | Vier-Augen-Stichprobe im Pilot |
| Versand protokollieren | Workflow | Empfängeradresse, Zeitpunkt, verantwortliche Rolle | Versandfehler wird als eigener Status geführt |
Sortieraufgabe
Bringe die Soll-Entscheidung in eine belastbare Reihenfolge
Die Reihenfolge verhindert, dass ein bevorzugtes Werkzeug die Problemdefinition bestimmt.
Ziehe die Einträge an die richtige Position. Geht auch per Tastatur über den Griff.
Die Reihenfolge stimmt.
Die Reihenfolge passt noch nicht.
Erst der belegte Befund trägt die Ziele. Muss-Kriterien filtern nicht machbare Varianten vor der Gewichtung. Ein Pilot prüft anschließend, ob die angenommene Verbesserung im echten Ablauf eintritt.
Prüfe Risiken und Nebenwirkungen vor der Einführung
Jede Verbesserung verändert Arbeit, Verantwortung und Fehlerfolgen. Für Variante B sind unter anderem diese Risiken relevant:
| Risiko oder Nebenwirkung | mögliche Auswirkung | Behandlung im Pilot | Prüfsignal |
|---|---|---|---|
| falsche Personenzuordnung | Bescheinigung enthält falsche Stammdaten | eindeutige Vorgangsnummer und manuelle Klärung bei Mehrdeutigkeit | Zahl der Klärungsfälle und Fehlzuordnungen |
| Kurssystem nicht erreichbar | Vorgänge bleiben unbearbeitet | Wartestatus, Wiederholungsregel und sichtbare Störungsmeldung | Alter des ältesten wartenden Vorgangs |
| Freigaben werden nur noch “durchgeklickt” | formale Kontrolle ohne fachliche Prüfung | Freigabegrund und stichprobenartige Review | Anteil zurückgezogener Freigaben |
| Beschäftigte nutzen weiter E-Mail | zwei konkurrierende Eingänge | klare Pilotgruppe, Weiterleitung und kurze Einführung | Anteil der Eingänge außerhalb des Formulars |
| mehr technische Abhängigkeiten | zusätzlicher Pflege- und Energiebedarf | Betriebsmessung und dokumentierte Abschaltmöglichkeit | Betriebsaufwand und Ressourcenmessung |
Ökologische Bewertung bedeutet hier nicht automatisch “digital ist besser”. Papierverbrauch kann sinken, während zusätzliche Dienste Rechenleistung und Betrieb erzeugen. Bewertbar wird die Wirkung erst mit einer Grenze: Welche Infrastruktur kommt hinzu, welche Arbeit oder welches Material entfällt und über welchen Zeitraum wird verglichen?
Plane einen Pilot, der eine Entscheidung zulässt
Ein Pilot ist kein verkleinerter Rollout. Er ist ein begrenzter Versuch mit einer klaren Frage. Morgenstern testet Variante B vier Wochen lang mit zwei Kursreihen und einem kleinen Team.
Vor dem Start werden festgelegt:
- Umfang: zwei Kursreihen, Kundenservice und zwei Personen aus der Finanzabteilung,
- Vergleich: dieselben Messregeln wie in der vierwöchigen Ist-Aufnahme,
- Erfolg: mindestens 90 Prozent der vollständigen Anfragen innerhalb von zwei Arbeitstagen,
- Qualität: kein Versand ohne beide Freigaben und höchstens zwei Korrekturen je 100 Vorgänge,
- Betrieb: kein Vorgang wartet wegen eines technischen Fehlers länger als einen Arbeitstag ohne sichtbare Meldung,
- Abbruchregel: eine falsch zugeordnete Bescheinigung stoppt den automatischen Versand bis zur Ursachenklärung,
- Entscheidung: Fachbereich, Betrieb und Datenschutzverantwortung prüfen Ergebnisse und offene Risiken gemeinsam.
Die Ausgangs- und Pilotwerte müssen gleich definiert sein. Wenn die Ist-Aufnahme ab vollständigem Eingang misst, darf der Pilot nicht schon ab der ersten unvollständigen Anfrage rechnen. Sonst entsteht ein scheinbarer Unterschied durch eine geänderte Messregel.
Transferaufgabe
Entwirf einen Soll-Prozess für eine Geräte-Rückgabe
Die Feldwerk Service GmbH nimmt zurückgegebene Messgeräte an. Im Ist-Prozess erfasst das Lager Seriennummern in einer Tabelle, sendet Fotos per E-Mail an die Technik und fragt den Vertragsstatus per Chat beim Vertrieb ab. In 60 beobachteten Vorgängen fehlten bei 14 Rückgaben Fotos, 9 Statusanfragen mussten wiederholt werden und 8 Geräte lagen länger als fünf Arbeitstage ohne Entscheidung. Entwickle zwei unterschiedliche Soll-Varianten. Lege mindestens drei Muss-Kriterien und vier gewichtete Bewertungskriterien fest. Wähle eine Variante begründet aus, skizziere Rollen, Daten und Ausnahmen im Soll-Prozess und plane einen zweiwöchigen Pilot mit mindestens drei Erfolgskriterien.
Musterlösung vergleichen
Musterlösung: Ein mögliches Ziel lautet: “Im Pilot erhalten 90 Prozent der vollständig erfassten Rückgaben innerhalb von drei Arbeitstagen einen dokumentierten technischen und vertraglichen Entscheidungsstatus.” Muss-Kriterien sind die eindeutige Seriennummer, ein blockierter Abschluss ohne Technik- und Vertragsstatus sowie die Nutzung vorhandener Konten. Variante A führt ein validiertes Rückgabeformular und eine zentrale Arbeitsliste ein; Technik und Vertrieb pflegen ihre Status weiterhin manuell. Variante B ergänzt einen Workflow, der Fotos als Pflichtanhang speichert, den Vertragsstatus über eine Schnittstelle liest und der Technik eine prüfbare Aufgabe zuweist. Kriterien könnten Durchlaufzeit und Transparenz mit 35 Prozent, Fehlerrobustheit mit 25 Prozent, Einführbarkeit mit 20 Prozent, laufender Aufwand mit 10 Prozent und Ressourcenbedarf mit 10 Prozent sein. Nach der Muss-Prüfung werden beide Varianten auf derselben Skala bewertet. Der Soll-Prozess beginnt mit der validierten Rückgabe, verzweigt bei fehlender Seriennummer oder fehlenden Fotos in eine Klärung, führt Technik- und Vertragsprüfung zusammen und endet mit einem dokumentierten Entscheidungsstatus. Ein zweiwöchiger Pilot mit einer Geräteklasse misst Durchlaufzeit, fehlende Nachweise, wiederholte Rückfragen und technische Wartefälle. Eine falsche Seriennummernzuordnung stoppt den Pilot bis zur Ursachenklärung.
Was deine Entscheidung belastbar macht
Du hast nicht mit einer Produktliste begonnen. Du hast zuerst festgelegt, welches belegte Problem gelöst werden soll und welche Bedingungen jede Lösung erfüllen muss. Danach hast du:
- mehrere Varianten als Zusammenspiel aus Ablauf, Rollen, Daten und Technik entworfen,
- nicht machbare Varianten vor der Nutzwertanalyse ausgeschlossen,
- Gewichte und Bewertungen sichtbar begründet,
- den ausgewählten Soll-Prozess einschließlich Ausnahmewegen beschrieben,
- Risiken und Nebenwirkungen in messbare Prüfsignale übersetzt,
- einen begrenzten Pilot mit Erfolg, Abbruchregel und Entscheidungspunkt geplant.
Quellenbasis und Grenzen
Der KMK-Rahmenlehrplan ordnet das Analysieren und Gestalten von Prozessen dem Lernfeld 11c zu. Die Ausbildungsordnung nennt im Prüfungsbereich “Durchführen einer Prozessanalyse” Analysewerkzeuge, Prozessdarstellung, Prozessoptimierung sowie die Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitskontrolle. Die Berufsbildpositionen D1 und D3 tragen die Analyse von Arbeits- und Geschäftsprozessen und deren Optimierung mit Daten. Der Prüfungskatalog stützt die Themenbreite aus Machbarkeitsprüfung, Lösungsalternativen und Nutzwertanalyse.
Die konkrete Reihenfolge aus Muss-Prüfung, gewichteter Bewertung und Pilot ist eine für diese Lektion didaktisch vereinfachte Entscheidungsmethode. Sie ersetzt keine betriebliche Beschaffungsrichtlinie, Rechtsprüfung oder vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung. Morgenstern und Feldwerk, alle Abläufe, Zahlen, Kriterien und Bewertungen wurden neu erstellt. Aus Beispielprüfungen wurde keine Aufgabe oder Lösung übernommen. Die Lektion behauptet nicht, dass diese Aufgabenform in einem bestimmten Prüfungstermin vorkommt.
| Lernziel | Ordnungsmittel | verwendete Quellen | Lernaktivität |
|---|---|---|---|
| Schwachstellen in Ziele und Muss-Kriterien übersetzen | LF11c, D1, DPA-PB2 | KMK-Rahmenlehrplan, Ausbildungsordnung | Szenario, Zielmuster und Zuordnung |
| Soll-Varianten mit Rollen, Daten und Schnittstellen entwerfen | LF11c, D1, D3 | Rahmenlehrplan, Ausbildungsordnung | drei Varianten, Soll-Diagramm und Textfassung |
| Machbarkeit prüfen und Varianten gewichtet bewerten | LF11c, D3, DPA-PB2 | Ausbildungsordnung, Prüfungskatalog | Muss-Prüfung, Nutzwerttabelle und Rechenaufgabe |
| Risiken und Nebenwirkungen behandeln | LF11c, D1, D3 | Rahmenlehrplan, Ausbildungsordnung | Risikotabelle und Quiz mit Sofortfeedback |
| Pilot und Erfolgskriterien planen | LF11c, D3, DPA-PB2 | alle genannten Quellen | Sortieraufgabe und Transfer mit Musterlösung |
Durchgearbeitet?
Markiere die Lektion als erledigt, dein Fortschritt wird lokal gespeichert.