Eine Systemänderung vollständig durchführen und bewerten
Du führst eine Dateidienst-Migration von der Auftragsklärung bis zur bewerteten Übergabe durch.
Aus einer technischen Änderung wird ein kontrollierter Kundenauftrag
Die Küstenform Architektur GmbH speichert ihre Projektdaten auf dem Dateidienst FS-ALT. Das Betriebssystem erreicht bald das Ende des betrieblich freigegebenen Lebenszyklus. Außerdem ist die Rechtevergabe über Jahre gewachsen. Die IT soll die 620 GB Projektdaten und 74 Konten auf einen neuen virtuellen Dateidienst übertragen.
Der erste Auftrag lautet nur: “Migriert den Dateiserver bis Ende August.” Damit lässt sich noch keine verantwortbare Änderung durchführen. Es fehlt zum Beispiel, wie lange der Dienst unterbrochen sein darf, welche Berechtigungen erhalten bleiben müssen und woran die Fachabteilung eine erfolgreiche Migration erkennt.
In dieser Lektion führst du den Auftrag als vollständige Handlung durch. Du analysierst die Ausgangslage, vergleichst Lösungen, planst Umsetzung und Tests, triffst Entscheidungen anhand von Nachweisen und bewertest am Ende das Ergebnis. Alle Namen und Werte des Szenarios wurden für diese Lektion neu erstellt.
Grundlagen zu Projektauftrag, Arbeitspaketen und Risiken findest du in Ein IT-Projekt planbar machen und steuern. Wie eine ausführliche Projektdokumentation Entscheidungen mit Belegen verbindet, zeigt Ein Softwareprojekt nachvollziehbar dokumentieren und bewerten. Hier geht es nicht um eine regionale Einreichungsform, sondern um die fachliche Durchführung einer Systemänderung.
Anforderungen geben der Änderung einen Maßstab
Das Team führt ein Gespräch mit der Geschäftsleitung, der Fachabteilung und dem IT-Betrieb. Daraus entsteht ein geklärter Arbeitsauftrag:
| Bereich | Vereinbarung |
|---|---|
| Ergebnis | Projektdaten und Gruppenberechtigungen liegen auf FS-NEU; die bisherigen Netzlaufwerke funktionieren weiter. |
| Datenbestand | 620 GB in rund 410.000 Dateien; während der finalen Umschaltung wird die Quelle schreibgeschützt. |
| Zeit | Produktive Unterbrechung am Freitag von 18:00 bis höchstens 19:30 Uhr. |
| Sicherheit | Zugriffe bleiben auf die vereinbarten Verzeichnisgruppen beschränkt; Testdaten enthalten keine echten Kundenunterlagen. |
| Qualität | Dateianzahl, Stichproben-Hashes und Gruppenrechte stimmen nach der Übertragung mit dem freigegebenen Ausgangsstand überein. |
| Betrieb | Überwachung, Sicherung und Wiederherstellungstest sind vor der Abnahme eingerichtet. |
| Übergabe | IT-Betrieb erhält Betriebsübersicht und Rückfallablauf; drei Personen aus den Fachbereichen führen Abnahmetests aus. |
| Abgrenzung | Die Ordnerstruktur wird nicht neu organisiert. Veraltete Daten werden nicht innerhalb dieses Auftrags gelöscht. |
Eine Anforderung beschreibt eine erwartete Leistung oder Eigenschaft. Ein Abnahmekriterium macht daraus eine entscheidbare Beobachtung. “Berechtigungen übernehmen” ist noch offen. “Ein Mitglied der Gruppe PROJEKT-NORD-LESEN kann Nord-Dateien öffnen, aber nicht verändern; ein Konto ohne Projektgruppe erhält keinen Zugriff” ist prüfbar.
Die Projektgrenze verhindert eine stille Erweiterung. Eine neue Ordnerstruktur könnte sinnvoll sein. Sie würde aber zusätzliche Abstimmungen, Rechteprüfungen und Schulungen erfordern. Deshalb wird sie als eigener Folgeauftrag behandelt.
Mehrfachauswahl
Welche Angaben machen den Auftrag ausführbar?
Wähle alle Ergänzungen, die das Team vor dem Variantenvergleich klären sollte.
Alle passenden Antworten gefunden.
Die Auswahl ist noch nicht vollständig richtig.
Wartungsgrenze, Rechte, Datenbestand und Entscheidungsverantwortung beeinflussen Lösung und Ablauf unmittelbar. Die Darstellung in der Inventarliste kann später festgelegt werden, sofern keine betriebliche Vorgabe entgegensteht.
Erst Muss-Kriterien prüfen, dann Varianten bewerten
Das Team betrachtet drei Lösungswege:
- In-Place-Upgrade: Der bestehende Server wird auf dem vorhandenen System aktualisiert.
- Neuaufbau mit einmaliger Kopie:
FS-NEUwird vorbereitet. Der gesamte Bestand wird erst im Wartungsfenster kopiert. - Neuaufbau mit Vorabkopie:
FS-NEUwird vorbereitet. Eine erste Kopie läuft vor dem Wartungsfenster. Nach Schreibsperre folgt nur noch der geänderte Datenanteil.
Das In-Place-Upgrade wird ausgeschlossen. Es lässt den gewachsenen Systemzustand bestehen und bietet im Szenario keinen ausreichend unabhängigen Rückfallweg. Die einmalige Kopie ist technisch möglich, passt aber nicht zum Wartungsfenster: Bei gemessenen 65 MB/s würde allein die Übertragung von 620 GB rechnerisch ungefähr 2 Stunden und 39 Minuten dauern. Prüfung und Umschaltung kämen noch hinzu.
Nur zulässige Varianten werden anschließend bewertet. Eine hohe Punktzahl darf kein verletztes Muss-Kriterium ausgleichen.
| Kriterium | Gewicht | Einmalige Kopie | Vorabkopie mit finalem Abgleich |
|---|---|---|---|
| Einhaltung des Wartungsfensters | 35 % | 1 von 5 | 5 von 5 |
| Nachvollziehbarer Rückfall | 25 % | 3 von 5 | 5 von 5 |
| Umsetzungsaufwand | 20 % | 4 von 5 | 3 von 5 |
| Prüfbarkeit vor Umschaltung | 20 % | 2 von 5 | 4 von 5 |
| Gewichteter Wert | 100 % | 2,30 | 4,40 |
Der gewichtete Wert entsteht aus Bewertung mal Gewichtsanteil. Er macht die Kriterien sichtbar, entscheidet aber nicht allein. Das Team begründet zusätzlich, warum die Vorabkopie zum Auftrag passt: Der größte Datenanteil kann vorab übertragen und geprüft werden. Im Wartungsfenster bleiben Schreibsperre, Differenzübertragung, Umschaltung und Abnahmetests.
Die Zahlen sind projektspezifische Annahmen. Vor einer realen Entscheidung würden sie durch Messungen, Angebote und betriebliche Vorgaben gestützt.
Schnellcheck
Triff Entscheidungen im Variantenvergleich
Entscheide dich bei jeder Frage. Du bekommst die Erklärung direkt nach deiner Antwort.
Geschafft
von 2
Situationen richtig eingeordnet.
Der Ablauf verbindet Umsetzung, Prüfung und Rückfall
Die gewählte Variante wird in einen ausführbaren Change-Ablauf übersetzt. Jede Phase hat ein Ergebnis und eine Entscheidung. “Daten kopieren” allein wäre dafür zu grob.
Kontrollpunkte der Dateidienst-Migration
Der Ablauf zeigt Vorbereitung, Umschaltung, Prüfung und Rückfallentscheidung.
Das Diagramm konnte nicht geladen werden. Die Textfassung darunter enthält denselben Ablauf.
Zuerst wird der geklärte Auftrag freigegeben. Danach richtet das Team das Zielsystem ein, kopiert den Datenbestand vorab und prüft ihn. Im Wartungsfenster sperrt es Schreibzugriffe auf der Quelle, überträgt die Änderungen und schaltet die Dienste um. Erfüllen technische und fachliche Tests die vereinbarten Kriterien, folgen Übergabe und Beobachtung. Bei einer blockierenden Abweichung führt das Team den vorbereiteten Rückfall aus.
Der konkrete Plan enthält sechs Kontrollpunkte:
| Phase | Ergebnis und Nachweis | Entscheidung |
|---|---|---|
| Vorbereitung | FS-NEU ist gehärtet, inventarisiert, überwacht und in die Sicherung aufgenommen. | Darf die Vorabkopie beginnen? |
| Vorabkopie | Kopierprotokoll liegt vor; Dateianzahl und Stichproben stimmen. | Ist der Ausgangsstand für die Umschaltung belastbar? |
| Schreibsperre | Fachbereiche bestätigen den Beginn; Quelle nimmt keine Änderungen mehr an. | Darf der finale Abgleich starten? |
| Differenzkopie | Geänderte Dateien und Rechte sind ohne blockierenden Fehler übertragen. | Reicht die Restzeit für Umschaltung und Tests? |
| Umschaltung | Dienstalias zeigt auf FS-NEU; technische Tests sind dokumentiert. | Beginnt die Fachabnahme oder der Rückfall? |
| Übergabe | Abnahmekriterien, Betriebsunterlagen und offene Punkte sind bestätigt. | Endet die erhöhte Beobachtung wie geplant? |
Rückfall ist ein ausführbarer Plan
“Bei Problemen zurück” ist keine Rückfalloption. Der Plan muss klären:
- welche Abweichungen blockierend sind,
- wer den Rückfall entscheidet,
- bis zu welchem Zeitpunkt genug Restzeit bleibt,
- wie Schreibzugriffe auf
FS-NEUbeendet werden, - wie der Dienstalias wieder auf
FS-ALTzeigt, - wie die alte Quelle kontrolliert schreibbar wird,
- wie neue Daten behandelt werden, falls nach der Umschaltung bereits Änderungen entstanden sind,
- wie der rückgefallene Zustand geprüft und kommuniziert wird.
Für das Szenario liegt der späteste Entscheidungspunkt bei 19:05 Uhr. Danach wäre nicht mehr genug Zeit für Rückschaltung und Mindesttest bis 19:30 Uhr. Ein technischer Fehler in der Überwachung ist nicht automatisch blockierend, wenn der Dienst nachweislich korrekt arbeitet und eine abgestimmte Ersatzüberwachung steht. Ein unberechtigter Dateizugriff ist dagegen blockierend.
Sortieraufgabe
Ordne die Schritte des Wartungsfensters
Bringe den Kernablauf in eine Reihenfolge, die Änderungen während der Migration kontrolliert.
Ziehe die Einträge an die richtige Position. Geht auch per Tastatur über den Griff.
Die Reihenfolge stimmt.
Die Reihenfolge passt noch nicht.
Die Schreibsperre erzeugt einen stabilen Ausgangsstand. Danach folgt der Differenzabgleich. Erst dann wird umgeschaltet und getestet. Die Freigabe oder der Rückfall folgt aus den Befunden, nicht aus der Hoffnung, dass die Änderung funktioniert.
Testfälle prüfen Anforderungen, nicht nur Erreichbarkeit
Vor der Umsetzung legt das Team Testfälle fest. So werden Erwartungen nicht nachträglich an das Ergebnis angepasst.
| ID | Testhandlung | Erwartung | Bedeutung |
|---|---|---|---|
MIG-01 | Dateianzahl und Gesamtvolumen von freigegebenem Quellstand und Ziel vergleichen. | Abweichungen sind erklärt; keine Datei fehlt unbemerkt. | Vollständigkeit |
MIG-02 | 120 vorab bestimmte Dateien aus verschiedenen Ordnern per Hash vergleichen. | Alle Hashwerte stimmen überein. | Inhaltliche Unversehrtheit der Stichprobe |
ACC-03 | Lesekonto öffnet eine Datei und versucht anschließend eine Änderung. | Lesen gelingt, Schreiben wird verweigert. | Rollenbegrenzung |
ACC-04 | Konto ohne Projektgruppe versucht den Zugriff. | Zugriff wird abgewiesen; Dateinamen bleiben verborgen. | Negativtest der Berechtigung |
OPS-05 | Sicherungsauftrag ausführen und eine Testdatei in einen getrennten Pfad wiederherstellen. | Sicherung und Wiederherstellung sind protokolliert erfolgreich. | Betriebsfähigkeit |
USR-06 | Drei Fachbereichspersonen öffnen vorhandene Verknüpfungen und bearbeiten je eine Testkopie. | Gewohnte Pfade funktionieren; Öffnen, Speichern und erneutes Lesen gelingen. | Fachliche Abnahme |
Ein Hashvergleich von Stichproben beweist nicht, dass jede einzelne Datei vollständig übertragen wurde. Deshalb verbindet der Plan mehrere Nachweise. Dateianzahl und Kopierprotokoll prüfen die Breite, Hashwerte prüfen ausgewählte Inhalte, Rechte- und Nutzungstests prüfen die spätere Arbeit.
Zuordnungsaufgabe
Ordne den passenden Nachweis zu
Wähle den Nachweis, der die Aussage im Szenario am direktesten trägt.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
Richtig zugeordnet. Prüfe diese Zuordnung noch einmal.
von 4 richtig
Jeder Nachweis trägt eine begrenzte Aussage. Erst die Kombination zeigt Datenbestand, ausgewählte Inhalte, Rechte und Wiederherstellbarkeit.
Die Umsetzung folgt dem freigegebenen Plan
Am Freitag um 17:45 Uhr prüft das Team offene Voraussetzungen. Das letzte Vorabprotokoll zeigt keine ungeklärten Kopierfehler. Sicherung und Wiederherstellungstest sind bestanden. Die Fachabteilungen bestätigen, dass sie ihre Arbeit beenden können. Die verantwortliche Change-Leitung gibt das Wartungsfenster frei.
Um 18:00 Uhr wird FS-ALT schreibgeschützt. Der Differenzabgleich endet um 18:17 Uhr. Beim anschließenden Rechtevergleich fällt auf, dass die Gruppe PROJEKT-WEST-AENDERN auf einem Archivordner nur Leserechte besitzt. Laut freigegebener Berechtigungsmatrix soll sie dort ändern dürfen.
Das Team behandelt den Befund nicht als pauschales Scheitern. Es dokumentiert Bezug, Auswirkung und verbleibende Zeit. Die Ursache ist eine fehlende Vererbungsregel am Ziel. Nach der Korrektur werden der betroffene Positivtest und der zugehörige Negativtest erneut ausgeführt. Beide bestehen um 18:32 Uhr. Die Umschaltung erfolgt um 18:37 Uhr. Technische Tests und Fachabnahme enden um 19:01 Uhr ohne weitere blockierende Abweichung.
Fehlersuche
Finde die unbelegte Freigabe
Welche Aussage geht über die vorliegenden Nachweise hinaus?
Fehler gefunden.
Diese Stelle ist nicht die Ursache.
Die Tests tragen die vereinbarten Aussagen, aber keinen Beweis für jede Datei und jede denkbare Störung. Eine ehrliche Freigabe benennt geprüfte Kriterien, Stichproben und verbleibende Grenzen.
Dokumentation hält Entscheidung und Betrieb zusammen
Dokumentation entsteht während des Projekts. Sie besteht nicht nur aus einem Schlussbericht. Für diese Änderung gehören dazu:
- freigegebener Auftrag mit Anforderungen, Grenzen und Verantwortlichkeiten,
- Variantenvergleich mit Annahmen, Messwerten und Entscheidung,
- Ablauf-, Kommunikations- und Rückfallplan,
- Konfigurations- und Änderungsnachweise des Zielsystems,
- Kopier-, Rechte-, Test- und Abnahmeprotokolle,
- Betriebsübersicht mit Zuständigkeiten, Überwachung, Sicherung und Wiederherstellung,
- Liste offener Punkte mit Verantwortlichkeit und Termin,
- Abschlussbewertung mit Plan-Ist-Vergleich.
Die Unterlagen haben verschiedene Zielgruppen. Der IT-Betrieb braucht beispielsweise Dienstabhängigkeiten, Überwachung und Wiederherstellung. Die Fachabteilung braucht bekannte Zugriffswege und einen verständlichen Ansprechpartner. Die Projektentscheidung braucht die Verbindung von Ziel, Variante, Abweichung und Ergebnis.
Eine ausführliche Chronik jedes Mausklicks hilft keiner dieser Gruppen. Dokumentiert werden die Schritte und Belege, die Entscheidung, Betrieb oder Nachvollziehbarkeit tragen.
Das Ergebnis wird an den vorher gesetzten Zielen bewertet
Nach einer Woche erhöhter Beobachtung bewertet das Team den Auftrag:
| Perspektive | Plan | Ergebnis | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Zielerreichung | Daten, Rechte und gewohnte Pfade auf FS-NEU | Vereinbarte Abnahmetests bestanden | erreicht im geprüften Umfang |
| Zeit | Unterbrechung höchstens bis 19:30 Uhr | Fachabnahme um 19:01 Uhr beendet | erreicht, 29 Minuten Reserve |
| Aufwand | 34 interne Stunden | 37 Stunden | um 3 Stunden überschritten |
| Verlässlichkeit | Überwachung, Sicherung und Wiederherstellung eingerichtet | eine Warnschwelle am ersten Tag angepasst; Wiederherstellungstest bestanden | erreicht, Feinabstimmung dokumentiert |
| Skalierbarkeit | mindestens 30 % freie Speicherkapazität nach Migration | 38 % frei | erreicht; Wachstum weiter beobachten |
| Betrieb | Unterlagen und Verantwortlichkeiten übergeben | Betrieb bestätigt Übergabe, ein kleiner Dokumentationspunkt terminiert | erreicht mit offenem Restpunkt |
Die Mehrstunden werden nicht versteckt. Zwei Stunden entstanden durch den zusätzlichen Rechtebefund und die gezielten Nachtests. Eine weitere Stunde entstand, weil das Inventarskript sehr lange Pfade zunächst nicht sauber auswertete. Für künftige Migrationen nimmt das Team deshalb einen Vorabtest der Inventarisierung und eine automatisierte Auswertung der Berechtigungsmatrix in die Vorbereitung auf.
Diese Bewertung trennt Ergebnis und Vorgehen. Das Projektergebnis erfüllt die vereinbarten Kriterien. Im Vorgehen gibt es trotzdem Verbesserungen. Eine Reflexion ist nicht erst dann sinnvoll, wenn das Projekt scheitert.
Transferaufgabe
Plane einen kontrollierten Wechsel des Druckdienstes
Ein Produktionsbetrieb möchte 18 Netzwerkdrucker von einem alten auf einen neuen Druckdienst umstellen. Die vorhandenen Druckernamen sollen gleich bleiben. Die Produktion erlaubt dienstags von 20:00 bis 21:00 Uhr eine Unterbrechung. Vier Spezialdrucker verwenden herstellerspezifische Profile. Ein Rückfall auf den alten Dienst ist bis zur Abnahme möglich. Erstelle einen kompakten Plan von der Analyse bis zur Ergebnisbewertung.
Musterlösung vergleichen
Musterlösung: Der Auftrag grenzt die Umstellung der Druckdienste von einem Austausch der Drucker ab. Muss-Kriterien sind die unveränderten Druckernamen, das einstündige Wartungsfenster und korrekt angewendete Profile. Als Varianten werden eine einmalige Gesamtumschaltung und eine vorbereitete Migration mit vorab eingebundenen Warteschlangen verglichen. Die vorbereitete Variante erhält den Vorzug, wenn Standard- und Spezialprofile vor dem Wartungsfenster technisch geprüft werden können.
Der Ablauf beginnt mit Inventar, Treiber- und Profilprüfung sowie einer Sicherung der bisherigen Konfiguration. Vorab werden Warteschlangen auf dem Ziel eingerichtet und mit Testgeräten geprüft. Im Wartungsfenster folgen Änderungssperre, finaler Abgleich, Umschaltung des Dienstnamens und Tests. Ein fester Entscheidungspunkt lässt genug Zeit, um den Alias zurückzuschalten und die alte Konfiguration zu prüfen.
Die Abnahme umfasst je einen Standarddruck, Duplex- und Fachauswahl sowie alle vier Spezialprofile. Ein Test mit einem nicht berechtigten Konto prüft die Zugriffsvorgabe. Übergabeunterlagen beschreiben Warteschlangen, Profile, Überwachung, Rückfall und offene Punkte. Der Abschluss vergleicht geplante und tatsächliche Zeit, Testergebnisse, Störungen und Betriebsfähigkeit. Abweichungen werden mit Wirkung und Folgemaßnahme bewertet.
Belegmatrix
| Lernziel | Ordnungsmittel | Quellenbasis | Lernaktivität |
|---|---|---|---|
| Anforderungen und Abnahme ableiten | LF12b, C1, SI-PB1 | Rahmenlehrplan LF12b; FIAusbV § 20 Absatz 2 Nummer 1 | Auftragsanalyse und Mehrfachauswahl |
| Alternativen begründet vergleichen | LF12b, C1, SI-PB1 | Rahmenlehrplan LF12b; FIAusbV § 20 Absatz 2 Nummer 2 | Variantenvergleich und Quiz |
| Umsetzung, Test und Rückfall planen | LF12b, C1, A5 | Prüfungskatalog FISI 2026, Fragenkomplex 04, Themen 15 bis 18 | Ablaufdiagramm, Sortieraufgabe und Testzuordnung |
| Änderung kontrolliert umsetzen und übergeben | LF12b, C1, A7, SI-PB1 | Rahmenlehrplan LF12b; FIAusbV § 20 Absatz 2 Nummer 3 und 6 | Umsetzungsfall, Fehlersuche und Dokumentationsabschnitt |
| Ergebnis und Vorgehen bewerten | LF12b, A5, A7 | Rahmenlehrplan LF12b: Zielerreichung, Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit, Verlässlichkeit und Reflexion | Plan-Ist-Auswertung und Transferaufgabe |
Die Verordnung beschreibt die nachzuweisende berufliche Handlungsfähigkeit. Der Rahmenlehrplan ordnet die vollständige Kundenhandlung dem Lernfeld 12b zu. Der Prüfungskatalog stützt die fachliche Breite von Tests, Change, Rollback, kundenbezogenen Prozessen und Migration. Daraus folgt keine Aussage darüber, welche Aufgabe in einem bestimmten Prüfungstermin vorkommt. Konkrete Form-, Einreichungs- und Genehmigungsvorgaben richten sich nach dem jeweils zuständigen Verfahren und sind nicht Gegenstand dieser Lektion.
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