AP Teil 2 für Kaufleute für IT-System-Management.

Die AP2 für Kaufleute für IT-System-Management prüft Kundenauftrag, IT-Systemlösung, kaufmännische Prozesse, WiSo und AP1.

Stand:

Die Abschlussprüfung Teil 2 für Kaufleute für IT-System-Management verbindet IT-Verständnis mit Beratung, Beschaffung, Kalkulation und Kundenauftrag. Der wichtigste Teil ist die betriebliche Projektarbeit mit 50 % Gewichtung. Dazu kommen zwei schriftliche Prüfungsbereiche mit jeweils 10 %. Die folgende Tabelle ist eine redaktionelle Zusammenfassung der ITSysManKflAusbV; verbindlich sind deine Ausbildungsverordnung und die Vorgaben deiner zuständigen IHK.

In dieser Prüfung zählt nicht nur, ob eine technische Lösung funktioniert. Du musst zeigen, dass sie zum Kundenbedarf passt, wirtschaftlich begründet ist, vertraglich sauber eingeordnet wird und sicher eingeführt werden kann.

PrüfungsbereichDauerGewichtung
Abwicklung eines KundenauftragesProjektarbeit, Dokumentation, Präsentation und Fachgespräch50 %
Einführen einer IT-Systemlösung90 Minuten10 %
Kaufmännische Unterstützungsprozesse90 Minuten10 %
Wirtschafts- und Sozialkunde60 Minuten10 %

Die übrigen 20 % stammen aus AP Teil 1. Die Einordnung aller IT-Berufe findest du in der AP2-Übersicht.

Betriebliche Projektarbeit

Die Projektarbeit heißt Abwicklung eines Kundenauftrages. Du bearbeitest ein reales Projekt aus deinem betrieblichen Umfeld. Der Kern ist ein Kundenbedarf, aus dem du eine passende IT-Lösung ableitest und kaufmännisch begründest.

Geeignete Einsatzgebiete sind technischer IT-Service, IT-System-Betreuung, Vertrieb, Marketing sowie Produkt- und Programmentwicklung. Gute Projekte zeigen eine klare Verbindung zwischen Kundenanforderung, Lösungsauswahl, Kosten, Nutzen, Datenschutz, Sicherheit und Übergabe.

Mögliche Projektideen sind:

  • Auswahl und Einführung einer Arbeitsplatz- oder Serverlösung für einen Kunden
  • Angebot und Umsetzung einer Backup- oder Sicherheitslösung
  • Beschaffung und Einführung einer Softwarelösung inklusive Lizenzbetrachtung
  • Standardisierung eines Kunden-Onboardings im IT-Service
  • Wirtschaftlicher Vergleich mehrerer Betriebsmodelle
  • Planung einer Systemerweiterung mit Angebot, Zeitplan und Übergabe

Ein schwaches Projekt listet nur Produkte auf. Ein starkes Projekt erklärt, warum genau diese Lösung zum Kunden passt und welche Alternative aus welchem Grund verworfen wurde.

Nutze für die Projektphase den Projektantrag und die Seite zur Projektdokumentation.

Einführen einer IT-Systemlösung

Im Prüfungsbereich Einführen einer IT-Systemlösung bearbeitest du praxisbezogene Aufgaben rund um Bedarf, Angebot, Beschaffung und Einführung.

Wichtige Kompetenzen sind:

  • Kundenanforderungen aufnehmen und strukturieren
  • Hard- und Software sowie Dienstleistungen beschaffen
  • Produktinformationen einholen und Angebote vergleichen
  • Vertragsarten, Lizenzmodelle und Service-Level einordnen
  • Kalkulationen erstellen und Entscheidungen wirtschaftlich begründen
  • Datenschutz und IT-Sicherheit berücksichtigen
  • Kundeninformationen für Beratung und Vertrieb aufbereiten
AufgabentypGute Antwort
Angebotsvergleichvergleicht nicht nur Preis, sondern Leistung, Laufzeit, Support und Risiken
Lizenzmodell auswählenbegründet mit Nutzerzahl, Nutzungshäufigkeit, Vertragsbindung und Skalierung
Lösung einführenplant Bestellung, Installation, Schulung, Übergabe und Support
Datenschutz bewertennennt konkrete Daten, Zugriffe und Schutzmaßnahmen
Kalkulationerklärt, was das Ergebnis für die Entscheidung bedeutet

Technische Grundlagen bleiben wichtig. Du musst keine Lösung tief administrieren wie ein FISI, aber du musst verstehen, was du verkaufst, beschaffst oder einführst. Begriffe wie SaaS, IaaS, Firewall, VPN, Backup und DSGVO sollten sicher sitzen.

Kaufmännische Unterstützungsprozesse

Im Prüfungsbereich Kaufmännische Unterstützungsprozesse geht es um betriebswirtschaftliche Aufgaben im IT-Kontext. Viele Aufgaben sind als Geschäftsfälle formuliert: ein Kunde braucht ein Angebot, ein Projekt muss bewertet werden, eine Leistung soll abgerechnet oder kontrolliert werden.

Typische Themen sind:

  • Rechnungswesen und Controllinginformationen nutzen
  • Kosten- und Leistungsrechnung auswerten
  • Vertrags- und Finanzierungsarten unterscheiden
  • Marketing- und Vertriebsmaßnahmen zielgruppengerecht auswählen
  • Leistungserbringung kontrollieren und dokumentieren
  • Kennzahlen bewerten und Handlungsempfehlungen ableiten

Gute Antworten verbinden Zahlen mit Bedeutung. Wenn du eine Marge, Amortisation oder Gesamtkostenbetrachtung berechnest, schreibe dazu, welche Entscheidung daraus folgt. Rechnen allein reicht selten.

Vorbereitung in sechs Schritten

  1. Übe Kundenanforderungen in Muss-, Soll- und Kann-Kriterien zu sortieren.
  2. Vergleiche Angebote mit einer Nutzwertanalyse statt nur nach Preis.
  3. Wiederhole Lizenzmodelle, Vertragsarten und Service-Level.
  4. Rechne einfache Kalkulationen und erkläre das Ergebnis.
  5. Formuliere Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen konkret.
  6. Übe Fachgesprächsfragen zu Wirtschaftlichkeit, Alternativen und Kundennutzen.

Diese AP2 ist eine Schnittstellenprüfung. Du musst zwischen Kunde, Technik, Einkauf, Vertrieb und Betrieb vermitteln. Genau diese Vermittlung sollte auch in deiner Projektarbeit sichtbar sein.

Was du im Fachgespräch erklären können solltest

Im Fachgespräch reicht es nicht, dein Angebot oder deine Systemlösung nachzuerzählen. Der Ausschuss will erkennen, ob du die kaufmännische und technische Entscheidung wirklich verstanden hast.

Bereite Antworten auf diese Fragen vor:

  • Warum passt diese Lösung zum Kundenbedarf?
  • Welche Alternative hast du geprüft und warum verworfen?
  • Welche Kosten fallen einmalig und laufend an?
  • Welche Risiken gibt es bei Einführung, Betrieb oder Vertrag?
  • Welche Datenschutz- oder Sicherheitsaspekte sind relevant?
  • Wie wird der Kunde eingewiesen und wie wird die Leistung übergeben?

Eine starke Antwort verbindet Kundennutzen, Kosten, technische Umsetzbarkeit und Betrieb. Genau darin unterscheidet sich die Prüfung von einer reinen Produktpräsentation.

Häufige Fehler

  • Du argumentierst wie ein reiner Techniker und vergisst den Kundenauftrag.
  • Du vergleichst Produkte nur nach Anschaffungspreis.
  • Du nennst Datenschutz und Sicherheit nur allgemein.
  • Du rechnest korrekt, leitest aber keine Empfehlung ab.
  • Du planst keine Übergabe, Schulung oder Dokumentation.
  • Du unterschätzt das Fachgespräch, weil die Dokumentation gut wirkt.

Nächste Schritte

Wenn du die Prüfungsstruktur noch sortierst, starte mit AP2 Überblick. Für die Projektphase sind Projektarbeit, Projektantrag und Projektdokumentation die zentralen Seiten. Für den Berufsalltag selbst hilft Kaufleute für IT-System-Management.

Offizielle Quellen

Weiter in der Prüfung

Nächster sinnvoller Schritt