Lernfelder Fachinformatiker Digitale Vernetzung: alle 12 im Überblick

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Als Fachinformatiker/-in für Digitale Vernetzung lernst du in der Berufsschule, berufliche Aufgaben zu planen, umzusetzen und zu bewerten. Ein Lernfeld bündelt dafür zusammenhängende Themen, etwa die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Bearbeitung eines Kundenauftrags.

Hier findest du die offiziellen Titel und Stunden aus dem KMK-Rahmenlehrplan sowie verständliche Erklärungen. Die Beispiele sind mögliche Unterrichtsaufgaben, keine vorgeschriebenen Projekte oder Werkzeuge. Wie deine Schule die Lernfelder auf einzelne Unterrichtswochen verteilt, hängt von ihrem Lehrplan und ihrer Jahresplanung ab.

Alle 12 Lernfelder und Unterrichtsstunden

LernfeldOffizieller TitelLehrjahrStunden
1Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben140
2Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten180
3Clients in Netzwerke einbinden180
4Schutzbedarfsanalyse im eigenen Arbeitsbereich durchführen140
5Software zur Verwaltung von Daten anpassen180
6Serviceanfragen bearbeiten240
7Cyber-physische Systeme ergänzen280
8Daten systemübergreifend bereitstellen280
9Netzwerke und Dienste bereitstellen280
10dCyber-physische Systeme entwickeln380
11dBetrieb und Sicherheit vernetzter Systeme gewährleisten380
12dKundenspezifisches cyber-physisches System optimieren3120
GesamtBerufsbezogene Lernfelder1 bis 3880

Die Verteilung beträgt 320 Stunden im ersten, 280 im zweiten und 280 im dritten Lehrjahr. Die 880 Stunden beziehen sich auf die berufsbezogenen Lernfelder. Zusätzliche Fächer des berufsübergreifenden Unterrichts richten sich nach den Vorgaben deines Bundeslandes.

1. Lehrjahr: die IT-Grundlagen

Lernfeld 1: Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben

Zeitrichtwert: 40 Unterrichtsstunden.

Du ordnest deinen Ausbildungsbetrieb in sein wirtschaftliches Umfeld ein und erklärst, wie er Leistungen erbringt. Dazu gehören Aufbau, Rechtsform, Ziele und deine eigene Rolle als Azubi. Du lernst, Rechte und Pflichten im Ausbildungsverhältnis einzuordnen und deinen weiteren beruflichen Weg zu planen.

Beispiel für Digitale Vernetzung: Du erklärst, wie Produktion, Instandhaltung und IT bei der Betreuung einer vernetzten Anlage zusammenarbeiten.

Lernfeld 2: Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten

Zeitrichtwert: 80 Unterrichtsstunden.

Du klärst, welche Hard- und Software ein Kunde für einen Arbeitsplatz benötigt. Anschließend vergleichst du Angebote, begründest deine Auswahl und planst Beschaffung, Einrichtung und Übergabe. Neben Leistung und Preis zählen Ergonomie, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.

Beispiel für Digitale Vernetzung: Du vergleichst Arbeitsplatzlösungen für die Überwachung einer Anlage und berücksichtigst Bedienbarkeit und Umgebungsbedingungen.

Lernfeld 3: Clients in Netzwerke einbinden

Zeitrichtwert: 80 Unterrichtsstunden.

Du planst, wie ein Endgerät in ein vorhandenes Netzwerk eingebunden wird, wählst geeignete Komponenten und konfigurierst den Client. Danach prüfst du die Verbindung systematisch und dokumentierst das Ergebnis. Netzwerkpläne und technische Unterlagen helfen dir dabei.

Beispiel für Digitale Vernetzung: Du konfigurierst einen Wartungsrechner und prüfst, ob er die vorgesehenen Geräte im Netzwerk erreicht.

Lernfeld 4: Schutzbedarfsanalyse im eigenen Arbeitsbereich durchführen

Zeitrichtwert: 40 Unterrichtsstunden.

Du untersuchst, welche Informationen und Systeme geschützt werden müssen und welche Folgen ein Schaden hätte. Aus Schutzzielen, möglichen Bedrohungen und den Vorgaben des Betriebs leitest du Maßnahmen ab. Deine Einschätzung musst du nachvollziehbar dokumentieren.

Beispiel für Digitale Vernetzung: Du bewertest, welche Folgen manipulierte Sensordaten oder ein Ausfall der Anlagenkommunikation haben könnten.

Lernfeld 5: Software zur Verwaltung von Daten anpassen

Zeitrichtwert: 80 Unterrichtsstunden.

Du analysierst Datenbestände und passt eine Anwendung an, die diese Daten verwaltet. Dabei berücksichtigst du Herkunft, Struktur, Speicherung und Datenschutz. Du planst die Änderung, setzt sie um und prüfst mit Testfällen, ob die Anwendung die Anforderungen erfüllt.

Beispiel für Digitale Vernetzung: Du passt eine Anwendung an, damit sie Messwerte speichert, und prüfst die Verarbeitung fehlerhafter Eingaben.

2. Lehrjahr: IT-Systeme und Daten verbinden

Lernfeld 6: Serviceanfragen bearbeiten

Zeitrichtwert: 40 Unterrichtsstunden.

Du nimmst eine Serviceanfrage auf, ordnest sie ein und untersuchst mögliche Fehlerursachen. Dabei beachtest du vereinbarte Leistungen und Zuständigkeiten. Du dokumentierst den Bearbeitungsstand, kommunizierst verständlich und wertest aus, wie sich der Service verbessern lässt.

Beispiel für Digitale Vernetzung: Du bearbeitest die Meldung, dass eine Anlage keine Zustandsdaten mehr übermittelt, und grenzt den Fehler ein.

Lernfeld 7: Cyber-physische Systeme ergänzen

Zeitrichtwert: 80 Unterrichtsstunden.

Du erweiterst ein System, das physische Vorgänge mit digitaler Verarbeitung verbindet. Dazu untersuchst du Datenflüsse, Schnittstellen und Energieversorgung, wählst passende Komponenten aus und prüfst deren Zusammenspiel. Auch Betriebswerte und die Sicherheit des Ergebnisses gehören zur Aufgabe.

Beispiel für Digitale Vernetzung: Du ergänzt ein vorhandenes System um einen Füllstandssensor und prüfst Messwerte, Energiebedarf und Kommunikation.

Lernfeld 8: Daten systemübergreifend bereitstellen

Zeitrichtwert: 80 Unterrichtsstunden.

Du führst Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammen und stellst sie für eine weitere Nutzung bereit. Dafür prüfst du Struktur, Zugriffsmöglichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen. Du setzt ein Bereitstellungskonzept um und dokumentierst, wie andere mit den Daten arbeiten können.

Beispiel für Digitale Vernetzung: Du bereitest Zustandsdaten verschiedener Geräte so auf, dass eine zentrale Anwendung sie gemeinsam verwenden kann.

Lernfeld 9: Netzwerke und Dienste bereitstellen

Zeitrichtwert: 80 Unterrichtsstunden.

Du ermittelst Anforderungen an ein Netzwerk und seine Dienste, planst die Infrastruktur und vergleichst Lösungsvarianten. Anschließend richtest du Netzwerk und Dienste ein, testest die Funktion und bewertest Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und die Eignung für den Kunden.

Beispiel für Digitale Vernetzung: Du planst ein Netzwerk für mehrere vernetzte Geräte und einen Überwachungsdienst und prüfst die Kommunikation.

3. Lehrjahr: Spezialisierung Digitale Vernetzung

Jetzt stehen Sensoren, Aktoren und die Entwicklung und Absicherung cyber-physischer Systeme im Mittelpunkt. Die drei Lernfelder bauen auf den Grundlagen der ersten beiden Jahre auf.

Lernfeld 10d: Cyber-physische Systeme entwickeln

Zeitrichtwert: 80 Unterrichtsstunden.

Du entwickelst ein System, in dem Sensoren, Aktoren, Software und Netzwerke zusammenarbeiten. Aus einem Kundenauftrag leitest du die Anforderungen ab und stimmst Komponenten, Programmierung und Schnittstellen aufeinander ab.

Du setzt die Datenübertragung und Visualisierung um und testest die Funktion des Gesamtsystems. Auch die Interaktion zwischen Mensch, Maschine und gegebenenfalls künstlicher Intelligenz wird betrachtet. Zur Übergabe gehören Unterlagen für Bedienung und Wartung.

Mögliche Unterrichtsaufgabe: Du entwickelst ein Modell einer temperaturgeregelten Anlage mit Sensor, Steuerung, Lüfter und einer Anzeige der Betriebswerte.

Lernfeld 11d: Betrieb und Sicherheit vernetzter Systeme gewährleisten

Zeitrichtwert: 80 Unterrichtsstunden.

Du ermittelst mithilfe einer Risikoanalyse den Schutzbedarf eines vernetzten Systems. Dazu klärst du Schutzziele, untersuchst Bedrohungen und planst technische sowie organisatorische Maßnahmen. Nach der Umsetzung prüfst du das erreichte Sicherheitsniveau und dokumentierst verbleibende Risiken.

Das Lernfeld hat denselben Titel und dieselben Kompetenzziele wie Lernfeld 11b der Systemintegration. In Digitaler Vernetzung liegt der Anwendungskontext beispielsweise bei vernetzten Anlagen und ihren Schnittstellen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom jeweiligen System ab.

Mögliche Unterrichtsaufgabe: Du untersuchst die Zugriffswege zu einer vernetzten Anlage, trennst Kommunikationsbereiche und prüfst, ob nur berechtigte Zugriffe möglich sind.

Lernfeld 12d: Kundenspezifisches cyber-physisches System optimieren

Zeitrichtwert: 120 Unterrichtsstunden.

Du optimierst ein vorhandenes cyber-physisches System anhand eines Kundenauftrags. Du analysierst den Ausgangszustand, vereinbarst Ziele, planst Aufwand und Ressourcen und vergleichst Verbesserungsmöglichkeiten.

Nach der Umsetzung prüfst du Funktion und Qualität, präsentierst die Ergebnisse und übergibst Dokumentation und Einweisung. Du bewertest, ob die Lösung wirtschaftlich, zuverlässig und erweiterbar ist. Entscheidend ist ein nachvollziehbarer Vergleich zwischen Ausgangszustand und erreichtem Ergebnis.

Mögliche Unterrichtsaufgabe: Du verbesserst die Zustandsüberwachung einer Anlage, ergänzt eine Ausfallmeldung und prüfst, ob Störungen dadurch früher erkannt werden.

Welche Lernfelder sind für die Prüfung wichtig?

Der KMK-Rahmenlehrplan legt fest, dass Lernfelder 1 bis 6 vor AP Teil 1 unterrichtet werden sollen. Die gemeinsamen Lernfelder 7 bis 9 liegen ebenfalls im zweiten Ausbildungsjahr, gehören deshalb aber nicht automatisch vollständig zum AP1-Stoff.

Rechtlich bestimmt § 8 der Fachinformatikerausbildungsverordnung den Umfang: geprüft werden die für die ersten 18 Monate vorgesehenen Inhalte der Berufsbildpositionen nach § 4 Absatz 2 Nummer 1 bis 7 und der entsprechende Berufsschulstoff. Die Seite zu AP Teil 1 erklärt dir Aufbau und Vorbereitung.

Für AP Teil 2 brauchst du die fachrichtungsspezifischen Kompetenzen und die passenden Grundlagen. Lernfeld 12d übt die vollständige Bearbeitung eines Kundenauftrags. Eine schulische Aufgabe ist dabei nicht automatisch deine betriebliche IHK-Projektarbeit. Dafür gelten eigene Anforderungen an Projektantrag, Projektarbeit und Dokumentation.

So nutzt du die Übersicht zum Lernen

Ordne deine Unterrichtsunterlagen den Lernfeldern zu und notiere, welche Aufgaben du schon selbstständig lösen kannst. Ergänze pro Lernfeld ein Beispiel aus deinem Betrieb: Was war das Ziel, welche Entscheidung musstest du treffen und wie hast du das Ergebnis geprüft?

Zum Üben findest du in der kostenlosen Lernbibliothek für Digitale Vernetzung passende Lektionen und Aufgaben. Den Unterschied zwischen schulischen und betrieblichen Vorgaben erklärt die Übersicht zu den Inhalten der Fachinformatiker-Ausbildung.

Lernfelder der anderen Fachrichtungen

Die gemeinsame Basis erleichtert den Vergleich. Die Unterschiede liegen vor allem in den Lernfeldern 10 bis 12:

Offizielle Quellen

Häufige Fragen.

Es gibt zwölf Lernfelder. Die Lernfelder 1 bis 9 bilden die gemeinsame Grundlage der vier Fachrichtungen. Im dritten Lehrjahr folgen für Digitale Vernetzung die Lernfelder 10d, 11d und 12d.
Der KMK-Rahmenlehrplan sieht vor, die Lernfelder 1 bis 6 vor AP Teil 1 zu unterrichten. Maßgeblich für den Prüfungsumfang ist § 8 FIAusbV: die für die ersten 18 Monate vorgesehenen Inhalte der Berufsbildpositionen nach § 4 Absatz 2 Nummer 1 bis 7 und der dazu passende Berufsschulstoff.
Nein. Die 880 Unterrichtsstunden sind die Summe der berufsbezogenen Lernfelder: 320 im ersten, 280 im zweiten und 280 im dritten Ausbildungsjahr. Berufsübergreifende Fächer kommen nach den Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes hinzu.
Nein. Der Rahmenlehrplan beschreibt die Lernfelder für die Berufsschule. Der Ausbildungsrahmenplan ist Teil der Ausbildungsverordnung und regelt die im Betrieb zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.